Bühne
L'amour fou: Zerissenheit nach verlorener Liebe
Die ambitionierte Tango-Theater Performance von Mia Caspari und Company hat dichte Momente, im Ganzen aber zu viele Zutaten
SIS 17.9.09 – Es geht um Verzweiflung in Jean Cocteaus „Die geliebte Stimme“, der Vorlage für die deutsch-französische Tango-Theater-Performance „Lamour fou – die geliebte Stimme“ von Mia Caspari & Company. Der Liebesschmerz der verlassenen Geliebten ist hier auf viele Personen verteilt. So wie es ist, wenn einem die Liebe entzogen wird: man fühlt sich, als sei man in Stücke gerissen und müsse sich neu zusammensetzen. „Je suis malade – Ich bin krank“ klagt Chansonnier Dieter Rita Scholl anfangs und klingt dabei wie ein trauriges Akkordeon, was sich wunderbar macht in der ehemaligen Lok-Halle, die überhaupt einen aparten Rahmen für die ambitionierte multimediale Inszenierung bietet. Die hat zwar einige dichte Momente, etwa in den getanzten Sequenzen, manchen Monologen oder den kurzen Auftritten eines Engelsdamen-Chores, zerfasert aber andererseits aufgrund der Menge an Stilelementen – Schauspiel, Gesang, Tanz, Projektion –, die nicht gebündelt werden. Eingespielte Video-Statements zum Thema Liebe, u. a. mit Zazie de Paris, Lothar Lambert und den Chor-Darstellerinnen, fesseln mehr, als das Geschehen auf der Bühne. So bleibt der Abend ein langer Abgesang auf verlorene Liebe, dessen Zutaten ein wenig zuviel des Guten sind. (fh)
www.lamourfou.info
17.9. bis 31.10., Lokhalle im Naturpark auf dem Schöneberger Südgelände, jeden Donnerstag, Freitag und Samstag
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