Film
„Giuilas Verschwinden": Das Alter, leicht serviert
Ob ältere Dame, Frau im besten Alter oder schwules Paar: jünger wird niemand, da kann man sich auch locker des Lebens freuen
SIS im Februar 2011 – Fältchen, Haarausfall, unsichtbar werden. Das Schreckgespenst Alter mal auf die leichte Schulter nehmen, ach, wer das könnte! „Giulias Verschwinden“ leistet sich das in einem federleichten generationenübergreifenden Film. Die Titelheldin (filigran: Corinna Harfouch) ist auf dem Weg zur Feier ihres 50. Geburtstages. Ihre Freunde, darunter ein schwules Paar, warten in einem Züricher Restaurant auf sie und vertreiben sich die Zeit mit Beteuerungen, wie gut man mit dem Alter zurechtkommen könne – oder eben gar nicht. Die beiden Männer (klasse: Stefan Kurt und André Jung) werfen sich das Älterwerden fast gegenseitig vor, mit spitzem Humor und very authentisch. Giulia lässt sich derweil von ihrer Zufallsbekanntschaft John (Bruno Ganz) aufs Unterhaltsamste vom runden Geburtstag ablenken. In Nebenhandlungen erleben wir den 80. von Leonie, einer aufmüpfigen Nonkonformistin, gespielt von einer hinreißenden Christine Schorn. Und Scheidungsteenager Jessica ist eigentlich die traurigste Figur in diesem Stück. Das ist alles locker inszeniert wie ein Soufflé auf beinah französische Art und war in der Schweiz ein Riesenerfolg.
Frank Hermann
„Giulias Verschwinden“, aktuell im Kino, hier zu den Berlin-Terminen
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