Film
Romy Schneider: Lesbischer Kuss, Sissi-Ruhm und mehr
Eine Sonderausstellung in der Deutschen Kinemathek zeigt auch den PR-Trailer für den Skandalfilm der 50er: „Mädchen in Uniform“
SIS 2.2.2010 – Romy Schneider neu entdecken: Zur Zeit läuft in der Deutschen Kinemathek, Museum für Film und Fernsehen, eine Sonderausstellung zu Romy Schneider. Noch bis zum 30. Mai 2010 werden 275 Exponate ausgestellt. Es können Originalfotos und -kostüme bestaunt werden. Fünf Medieninstallationen sorgen für ein abgerundetes Museumserlebnis. Außerdem gibt es 187 Zitate aus 40 Filmen zu erraten.
Auf zwei Großmonitoren laufen Dokumentationen rund um Romy Schneider. So auch eine, die als PR-Trailer für den Film „Mädchen in Uniform“ gedacht war. 1958 trat dieser Film als geglättetes Remake des Klassikers aus dem Jahr 1931 zur Berlinale im Wettbewerb um den golden Bären an und sorgte damit in Deutschland für einen riesigen Skandal. Schuld war der berühmte Filmkuss zwischen Romy Schneider, die eine Internatsschülerin spielte, und Lili Palmer, ihrer Lehrerin (siehe die kleine Hommage in Videoform oben). Was für lesbische Frauen ein kleines Mosaiksteinchen in Hinblick auf mehr Sichtbarkeit war, stellte für die breite Bevölkerung in den 50ern einen Tabubruch dar.
Aber auch sonst hat Romy Schneiders Leben viele interessante Aspekte zu bieten. Ihre Schauspielkarriere begann mit ihrer Rolle als Sissi, endete damit aber bei weitem nicht. Auch ihr Privatleben sorgte immer wieder für Aufsehen. Alles in allem eine tolle Leistung der Deutschen Kinemathek, ihr eine Ausstellung in dieser Größe zu widmen. Heidi Berit Zapke vom Museum für Film und Fernsehen meint: „ Es war schon immer ein Wunsch von uns eine Reihe zu Romy Schneider zu machen und jetzt hat es endlich geklappt.“ (dm)
Romy Schneider. Wien – Berlin – Paris, noch bis 30. Mai 2010
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