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Film

„Nackte Scham und schöne Schande"

Die Ausstellung zu Lothar Lambert wird am 10.07. im Schwulen Museum* eröffnet. Siegessäule hat mit dem Underground-Kultregisseur gesprochen

@ Steve Stymest Photography

09.07. – Auf Festivals von Toronto bis Sydney wurde er als deutscher Andy Warhol gefeiert, die deutsche Presse beschimpfte Lothar Lambert wahlweise als „Schmuddelfilmer“ oder bejubelte ihn als Underground-Kultregisseur. Anlässlich seines 70. Geburts-tages widmet ihm das Schwule Museum* nun eine Ausstellung unter dem Titel „Nackte Scham und schöne Schande“. Lambert bringt unterdessen mit „Die Ritter der Risikorunde“ seinen mittlerweile 37. Film ins Kino. Siegessäule-Autor Axel Schock hat sich mit ihm über seine Filmkarriere und die Jubiläumsfeierlichkeiten unterhalten

Lothar, wie fühlt man sich, wenn man plötzlich museumsreif geworden ist? Anfangs war ich von diesem Ausstellungsprojekt sehr geschmeichelt, aber je näher die Eröffnung rückt, umso nervöser macht es mich. Ich stehe nun mal nicht gern im Mittelpunkt und Geburtstage kann ich eh nicht leiden. 

Wenn einem eine Ausstellung gewidmet wird, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass das Lebenswerk als abgeschlossen gilt. Was mein Privatleben angeht, so habe ich tatsächlich mit vielem abgeschlossen. Meine Tanzleidenschaft ist seit einem Bandscheibenvorfall Geschichte, und durch die Betablocker, die ich gegen meinen Bluthochdruck nehmen muss, ist Sex seit Jahren reine Theorie. Bleibt noch die Filmerei.

Fast 40 Produktionen umfasst dein filmisches Gesamtwerk. 14 davon wurden bei der Berlinale uraufgeführt. Das ist Rekord. Inzwischen hat mich Rosa von Praunheim überholt, aber meine Leistung ist trotzdem nicht zu verachten.

Mit Praunheim verbindet dich eine ähnlich unkonventionelle Art des Filmemachens. Dagegen verwahre ich mich!

Weshalb? Weil der Vergleich hinkt. Praunheim hat von Anfang an Förderung für seine Filme bekommen. Ich hingegen habe immer alles selbst bezahlt. Das ist ein entscheidender Unterschied. Wie er das macht, dass seine Filme so aussehen, als habe er kein Geld dafür zur Verfügung gehabt, ist sein Geheimnis.

Gleichwohl seid ihr beide Filmemacher mit einer Vorliebe für schräge Charaktere; ihr erzählt immer wieder auch schwule Geschichten abseits des Mainstreams und arbeitet gerne mit Laiendarstellern. Im Vergleich zu Praunheim bin ich ein eher unpolitischer Mensch und Schwules ist für mich nicht so abendfüllend wie für ihn. Schwulitäten kommen in meinen Filmen vor, weil es eben auch zu meinem Leben gehört, aber das Thema treibt mich längst nicht so um.

Das ganze Interview gibt es in der Juli-Ausgabe der Siegessäule – auch zum digitalen Nachlesen hier


„Nackte Scham und schöne Schande“, Eröffnung am 10.07., 19:00, Schwules Museum*, Infos unter: schwulesmuseum.de

„Die Ritter der Risikorunde“, ab 24.07. im Kino in der Brotfabrik

Lothar-Lambert-Filmreihe, 06.07., 13.07., 20.07., 27.07., 02.08., jeweils 15:30, Bundesplatzkino, mit Kuchen und Ehrengästen, bundesplatz-kino.de



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