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TIERAKTION

Zu viele Schweine! Aktionstag in Reichenow am 23.8. ab 15 Uhr

Die Bürgerinitiative „Uns stinkt's schon lange“ kämpft gegen die geplante Erweiterung der industriell betriebenen Schweinezucht

19.08. – Im Kampf gegen die geplante Erweiterung der Schweinemastanlage in Reichenow veranstaltet die Bürgerinitiative „Uns stinkt's schon lange“ am 23. August ab 15 Uhr einen Aktionstag. Denn: Es stinkt buchstäblich zum Himmel.

Reinhild Benning (Bündnis), Marco Büchel (Die Linke), Axel Vogel (Die Grünen) und Bernd Benser (CDU), haben für eine Podiumsdiskussion zugesagt. Ein Konzert von Devil & Bride, die DJs Frankie Kobain und Paul& Schokolade, die bei der anschließenden Party die Musik machen, unterstützt die Aktion.

Unter dem Motto „Uns stinkt's schon lange“, hat sich in Reichenow eine Bürgerinitiative gebildet, die seit Mai gegen die geplante Erweiterung eine Schweinemastanlage am Ortsrand vorgeht. Im Kampf gegen die tierquälerische Fleischproduktion haben sich vor Ort rund 50 Leute zusammengetan, die verhindern wollen, dass der Lindhorst-Konzern die bereits bestehende Anlage um weitere 2.500 Schweine erweitert. Der Konzern, der in der Gegend bereits ca. 30.000 Hektar Land aufgekauft hat, und allein dadurch geschätzte neun Millionen Euro an Subventionen einstreicht, würde mit der Erweiterung nicht einmal neue Arbeitsplätze schaffen.

„Der Betrieb ist schon jetzt fast vollautomatisch“, sagt Nathalie Percillier, eine der Sprecherinnen der Aktion. „Die paar Leute, die da arbeiten, verdienen vermutlich 6,50 Euro in der Stunde und sind nicht von hier.“

Tierquälerei von kaum zu ertragendem Ausmaß

Die Filmemacherin, die zu den Aktivistinnen der Initiative gehört, und mit anderen Schwulen und Lesben auf dem Gut Reichenow lebt, ist vom geplanten Ausbau unmittelbar betroffen. Die Initiative frisst inzwischen einen Großteil ihrer freien Zeit. Positiv sei zu vermelden, dass der Kampf die Leute vom Gut und die Dorfbewohner einander näher gebracht habe. Jahrelange Berührungsängste seien durch die gemeinsame Sache kleiner geworden. Der Gestank, die bislang unbekannten Auswirkungen auf das Grundwasser, die Kritik an der Durchkapitalisierung der Landwirtschaft, die eine Tierquälerei von kaum zu ertragendem Ausmaß mit sich bringt, hat sogar die Fleischesser und Veganer der Bürgerinitiative an einen Tisch gebracht. Im Zuge des Widerstands gegen den Ausbau der Massentierhaltung im Dorf, tragen sich einige von ihnen sogar mit der Idee, den leer stehenden Stall, der für die geplante Erweiterung umgebaut werden soll, dem Lindhorst-Konzern abzukaufen. Durch eine bäuerliche Landwirtschaft könnten die Schweine dann zumindest artgerecht gehalten werden.

Es liegt auf der Hand, dass der Kampf von David gegen Goliath Nathalie Percillier zu einem neuen Filmprojekt anregt: Reichenow erinnere sie an ein kleines Dorf in Gallien ...

Susann Reck

 

Mehr Information:

http://unsstinkts.eu/

 



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