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Online-Dating und Soziales Netzwerk in einem: Neues Portal für Lesben

Heute startet die neue Plattform „socialez.me“. Wir sprachen mit der Macherin über ihre Ideen

Jasmin Becker hat sich die neue Dating-Plattform für Lesben ausgedacht

05.03. – Wer auf Lesarion oder anderen lesbischen Dating-Portalen seine Traumfrau sucht, bleibt oft frustriert zurück. Nicht nur, weil sich die große Liebe nicht finden lässt – häufig sind diese Seiten auch langweilig gestaltet und optisch ein Graus. Ein neues Online-Portal möchte das nun ändern: „Socialez.me“ heißt die Plattform, auf der sich künftig Lesben online daten und gleichzeitig chatten, Bilder posten und Inhalte teilen können – ganz wie bei dem sozialen Netzwerk Facebook. Die Idee kam von der 28-jährigen Pforzheimerin Jasmin Becker: Die studierte Wirtschaftsinformatikerin arbeitet seit einigen Jahren selbstständig im Online-Marketing und bringt das nötige Know-How mit. Bevor die neue Plattform frisch am 5. März an den Start geht, beantwortet sie im Interview mit SIEGESSÄULE-Autorin Isabel Lerch noch die wichtigsten Fragen zu ihrem Projekt.

Wie bist du auf die Idee für dieses Portal gekommen?
Wir haben uns im lesbischen Freundeskreis über Online-Dating unterhalten und festgestellt, dass die Angebote an lesbischen Online-Datingportalen nicht mehr befriedigend sind. Es ist alles schon ein bisschen in die Jahre gekommen und funktioniert technisch nicht mehr so hundertprozentig. Dann meinten meine Freundinnen: „Hey, du machst doch Informatik, kannst du das nicht mal selbst in Hand nehmen!?“ Aus dieser zunächst witzigen Überlegung ist das Portal entstand: Ich habe gesagt, dass ich mir das mal angucke – und nun geht socialez.me an den Start. (lacht)

Was möchtest du mit „socialez.me“ besser machen als andere Online-Plattformen für Lesben?
Ich möchte zunächst, dass alles technisch einwandfrei funktioniert und es optisch ansprechend ist. Wenn ich mir die Plattformen angucke, die es so gibt, dann sehen die immer noch genauso aus wie zum Zeitpunkt meines Outings als 17-Jährige – das ist jetzt elf Jahre her! Da wundert es mich auch nicht, wenn Userinnen frustriert sind. Ich denke, dass man sich im Web alle maximal zwei Jahre irgendwie neu erfinden muss, vor allem designtechnisch. Deshalb habe ich versucht, die Plattform optisch ansprechend und funktional so einfach wie möglich zu gestalten. Das macht die Anwendung hoffentlich selbsterklärend, sodass Userinnen aller Altersklassen davon profitieren können.

„Socialez.me“ möchte vor allem mit spannenden Zusatz-Funktionen bestechen. Was können die Userinnen auf deiner Plattform erwarten?
Insgesamt ist die Plattform funktionstechnisch ein bisschen an Facebook angelehnt: Es gibt eine Art Stream, man kann seinen Status posten, sich der Welt mitteilen, Bilder hochladen, die Bilder der anderen liken. Ein Chat ist natürlich auch integriert. Es wird Themengruppen und ein Forum geben, in dem sich die Userinnen austauschen können. Man kann Leuten zuzwinkern und selbst ein Zwinkern zurückbekommen. Man kann sich mit Leuten befreunden und dann deren Beiträge sehen. Zudem gibt es einen interaktiven und aktuellen Szenekalender, den die Userinnen selbst bestücken können.

Eines der angekündigten Highlights ist das intelligente Matching-System, das bei der Suche nach der Traumfrau helfen soll. Wie genau funktioniert es?
Das läuft alles im Hintergrund. Das, was man in sein Profil einträgt und das, was eine andere Person in ihr Profil eingetragen hat, wird miteinander verglichen und hochgerechnet. Dann gibt es Punkte – manche zählen prozentual mehr, andere weniger. Man muss also keine extra Fragen beantworten, da sich die relevanten Informationen einfach im Profil finden lassen. Das bedeutet: Je umfangreicher man sein Profil ausfüllt, umso genauer wird das Matching am Ende.

Löst deiner Meinung nach das Online-Dating die lesbische Szene im realen Leben ab?
Nein. Von dem was ich mitbekomme, geht die Szene immer noch Samstagabend in den Club, auf die CSDs und sämtliche andere Veranstaltungen. Ich denke zwar, dass für junge Lesben in meinem Alter das Online-Dating das Mittel schlechthin ist für die Partnerinnensuche. Doch gleichzeitig gehen viele junge Lesben auch weiterhin in Szenebars. Nur Online ist glaube noch zu früh. Ich persönlich würde mich jetzt bei der Suche nach der großen Liebe auch nicht nur auf Online verlassen. Die Mischung macht’s! (lacht)

Interview: Isabel Lerch

www.socialez.me



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