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Sport

Open Games in Moskau werden weiterhin massiv behindert

Sportturniere werden willkürlich abgebrochen – internationale Solidarität durch Spitzensportlerinnen und Politik – Deutschland schweigt

Das Team aus Berlin (c) DF

1.3. – Leider gibt es auch am vierten Tag des LGBTI-Sportturniers „Open Games“ in Moskau wenig Positives zu vermelden. Nachdem gestern das Open-Games- Basketballturnier abgebrochen werden musste, weil es mit Rauchbomben beschossen wurde, wurde später ein Schwimmturnier durch die Polizei wegen einer angeblichen Bombendrohung beendet. Heute am Samstag sollte nun das Frauen-Fußballturnier stattfinden.

Zwar konnte das von SIEGESSÄULE unterstützte Frauen-Fußballteam von Discover Football aus Berlin heute morgen zwei Stunden am Turnier teilnehmen, doch fand auch dies ein jähes Ende. Wie uns das DC-Team am Mittag telefonisch aus Moskau mitteilte, wurde die Turnhalle sofort nachdem die niederländische Sportministerin, die zur Unterstützung angereist war, die Halle verlassen hatte, das Turnier von der Polizei beendet. Begründung: eine angebliche weitere Bombendrohung. Nicht nur das Discover-Football-Team, auch viele andere Aktive sitzen nun zumeist deprimiert in Fast-Food-Restaurant mit WLAN herum, um die schlechten Nachrichten nach Hause zu senden, statt miteinander Sport zu treiben. Das hatten sich sicher die meisten anders vorgestellt. 

Viel internationale Unterstützung von Botschaften und Ministerien, aber Deutschland schweigt

Trotz der internationalen prominenten Unterstützung der „Open Games“ nehmen die offiziellen Stellen in Moskau keine Rücksicht und verhindern die Turniere und Feierlichkeiten wo es geht. Mit ihrem guten Namen zur Unterstützung der „Open Games“ sind unter anderen Wasserspring-Superstar Greg Louganis aus den USA (SIEGESSÄULE berichtete gestern), die ehemalige Spielerin der russischen Basketball-Nationalmannschaft, Tanja Schirokova und der niederländische Ex-Fußball-Nationalspieler Aaron Winter angereist. Auch die niederländische Sportministerin Edith Schippers und der offen schwule norwegische Botschafter sowie der Botschafter der Niederlande in Russland waren bei der Medaillenvergabe gestern Abend dabei.

Da fällt doch ins Auge: Wo ist eigentlich die deutsche Unterstützung? Hätte das der deutschen Sport-Politik oder Außenpolitik nicht gut zu Gesicht gestanden, hier selbiges zu zeigen? Schade um die verpasste Chance! SIEGESSÄULE wünscht allen „Open Games“-Teilnehmenden für die restliche Zeit weiterhin gute Moral und Nervenstärke. Morgen nachmittag werden die Teams, so auch das Discover-Football-Team, hoffentlich unversehrt und in guter Stimmung, zurück in ihren Heimatstädten erwartet.

kay



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