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Plötzlich Regenbogenfamilie: Christine und Angela
Start der Reihe Familienportraits: aus Freundinnen wurde ein Paar, das fünf Kinder mitbrachte
© privat
siegessaeule.de 25.11.2011 – Christine und Angela sind seit über sieben Jahren glücklich miteinander verpartnert. Sie leben mit Angelas Sohn, dem 16-jährigen Steffen, ihren Töchtern Eva-Maria (23) und Marie-Luise (15) sowie Christines 16-jähriger Tochter Anna in der Nähe von Bamberg und genießen ihr Familienleben. Doch das war nicht von Anfang an so.
Christine ist heute 45 Jahre alt und lernte Angela während ihrer Ausbildung zur Erzieherin kennen. Beide wurden schnell beste Freundinnen und verbrachten viel Freizeit miteinander. „Es wusste jeder schon, dass Samstag mein Christine-Tag war, da brauchte sich niemand anderes anmelden.“, erinnert sich die 47-jährige Angela an die Zeit, als beide noch mit ihren Ehemännern verheiratet waren. Angela bekam mit ihrem Mann vier Kinder, Christine eine Tochter. Über zehn Jahre lang verbrachten die Freundinnen jede freie Minute miteinander, unternahmen viel gemeinsam mit den Kindern und es passierte – nichts.
Erst als Christine die Scheidung einreichte und Angela erzählte, dass sie gemeinsam mit Anna Oberfranken verlassen werde, um ganz neu anzufangen, wurde Angela bewusst, dass für sie mehr Gefühle im Spiel waren. „Christine war zu diesem Zeitpunkt auch noch im Urlaub und alle meine Freunde sagten mir, ich sei ohne sie unausstehlich und nur schwer zu ertragen – da wurde es mir endgültig bewusst.“, erzählt Angela. Sie beendete daraufhin auch ihre Ehe und gestand Christine ihre Liebe.
Doch was romantisch klingt, war anfangs erst einmal schwierig: Plötzlich Regenbogenfamilie. Als die beiden mit ihren Kindern in eine gemeinsame Wohnung ziehen wollten, fanden sie lange Zeit keinen Vermieter, der bereit war, an zwei Frauen mit fünf Kindern zu vermieten. Als endlich eine Wohnung gefunden war, zog Angelas ältester, damals 16-jähriger Sohn Tobias bald zu seinem Vater – er kam mit der neuen Konstellation nicht zurecht. Auch mit den Vätern der Kinder gab und gibt es hin und wieder Probleme, beide haben die Trennung nur schwer akzeptiert. Christines Mann hält den Kontakt zu seiner Tochter Anna auf Sparflamme. „Das finde ich sehr schade! Väter sollten sich trotzdem kümmern, denn die Trennung der Eltern hat ja nichts mit den Kindern zu tun.“, meint Christine dazu. Inzwischen ist Anna fast erwachsen, absolviert eine Ausbildung und geht ihren Hobbys nach. Außerdem genießt sie die Zeit mit ihrer (Regenbogen-)Familie.
Sabine Mahler
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