Siegessäule - 11-jährige Berlinerin: Wer entscheidet über ihr Geschlecht?

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11-jährige Berlinerin: Wer entscheidet über ihr Geschlecht?

Ein 11-jähriges transidentisches Mädchen in Berlin soll per Zwangseinweisung in die Psychiatrie, um dort „therapiert” zu werden

© wiki common

Leserin Claudia hat uns per openSiegessäule auf dieses Thema hingewiesen. Dafür vielen Dank!
siegessaeule.de 8.2. – Das transidentische 11-jährige Mädchen aus Berlin ist sich seiner Sache sicher: Es will zur Frau heranreifen und nicht zum Mann. Unsicherheit und Verwirrung allerdings herrscht um sie herum. Das Jugendamt, in dessen Obhut sie gegeben wurde, richtet sich nach den Wünschen des Vaters. Der will mit allen Mitteln verhindern, dass „sein Sohn“ zur Frau wird. Er behauptet, die Mutter habe dem Kind die Transsexualität eingeredet. Die Eltern haben sich über die Frage des Geschlechts heillos zerstritten. 

In der Forschung sind Fälle einer Art „eingeredeten Identität” dokumentiert und werden auch nicht als absolute Ausnahmen angesehen. In den Niederlanden und in der Schweiz traut man sich auch zu, solche Fälle von denen echter Transsexualität zu unterscheiden – und beginnt deshalb auch bei den entsprechenden Fällen schon mit Beginn der Pubertät mit einer Hormonbehandlung.

Das zuständige Jugendamt in Berlin verzichtet auf ein Gutachten

Das zuständige Jugendamt in Berlin aber glaubt auf ein fundiertes Gutachten verzichten zu können. Per Gerichtsbeschluss und einstweiliger Verfügung will es die Zwangseinweisung in die Psychiatrie durchsetzen. Hier soll das Mädchen „therapiert“ werden. Die Mutter kämpft verzweifelt für ihre Tochter. Das Mädchen selbst, zwischen allen Fronten, hat leider am weinigsten mitzureden, wenn es um ihre Zukunft geht.

Unterstützung erhält sie jetzt von change.org, einer internationalen Online-Plattform, bei der sich User ganz allgemein – oder auch speziell – für sozialen Wandel einsetzen können. Eine Petition an den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, will gegen die drohende Zwangseinweisung ankämpfen: „Diesem jungen Mädchen wird also beigebracht werden, dass seine Gefühle falsch sind und es wird somit immer mehr in jene Selbstverneinung gedrängt, welche schon das Leben so vieler Transsexueller gefordert hat,“ heißt es im Text, der schon über 7700 Unterstützer gefunden hat. Und täglich werden es mehr.
Torsten Träger

hier die Petition online unterzeichnen!

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Beiträge


Thea, toller Link, danke!
OpenSiegessäule Redaktion

von: OpenSiegessäule Redaktion, 11.02.2012 14:22 Uhr

Hier eine ähnliche Geschichte, in der ein Kind erfolgreich über sein Geschlecht selbst bestimmen konnte und die Unterstützung erhalten hat, die es brauchte:
http://www.bostonglobe.com/metro/2011/12/11/led-child-who-simply-knew/SsH1U9Pn9JKArTiumZdxaL/story.html?s_campaign=sm_fb

von: Thea, 10.02.2012 13:30 Uhr

@berlinerbürger
"Vielleicht könnte ich auch sagen - hoffentlich wird dieses Kind nie auf eine "Cora" treffen. "

"Vielleicht"
Oder dann doch.

"könnte"
Hast Du aber.

"hoffentlich wird dieses Kind nie auf eine "Cora" treffen"
Dafür lass uns ordentlich beten.

"Dem Kind alles Gute und hoffentlich ein Weg ohne große Öffentlichkeit, Vereinnahmung irgendwelcher Medien und Gruppierungen!"
Es scheint, dass das Kind offenbar im Moment doch eine öffentliche Aufmerksamkeit benötigt, die es vor eilfertigen Jugendämter, rumdokternden Psychologen und Politikern schützt.
Mit pudrigen Wünschen ist noch niemandem geholfen worden. Taten zählen mehr als Weihrauchschwenker.

von: Cora, 10.02.2012 00:20 Uhr

Man liest die Geschichte über das Schicksal dieses Kindes - ja, es handelt sich um ein Kind - und ist entsetzt, was an Kommentaren dazu abgesondert wird.

Da fällt mir sofort der Satz "zum Wohle des Kindes" ein und diese Diskussion trägt in keinster Weise dazu bei. Vielleicht könnte ich auch sagen - hoffentlich wird dieses Kind nie auf eine "Cora" treffen.

Dem Kind alles Gute und hoffentlich ein Weg ohne große Öffentlichkeit, Vereinnahmung irgendwelcher Medien und Gruppierungen!

von: berlinerbürger, 09.02.2012 23:09 Uhr

@Ben:

Das Du nicht verstehst, was "SS" bedeutet, war mir klar. Dumpfe dann mal weiter so vor Dich hin. Die Siegessäule kürzt sich selbst: "SiS" ab. Aber lesen ist unsportlich.

Für Dich gilt also, erst mal alle zum Psychologen...soso. Wenn sich ein Mensch in seinem Geschlecht und Körper nicht wohlfühlt, dann ist das für Dich eine "schwerwiegende Entscheidung "…puuuh…Du hast wirklich nicht die geringste Ahnung! Ist schwul oder lesbisch auch eine "schwerwiegende Entscheidung "?
Was ist überhaupt eine "schwerwiegende Entscheidung"?

Bis jetzt haben Psychologen und Politiker nur Unsinn auf dem Gebiet angestellt und sollten sich aus der Thematik völlig raushalten.

Was die Entscheidung und die Empfindung mit "elterlichen Streitigkeiten" zu tun haben soll, leuchtet mir nicht ein.
Noch weniger der Satz: "Es wird dann in eine Umgebung gebracht, wo es mit Hilfe von erfahrenen Psychologen unabhängig von den Wünschen der Eltern herausfinden kann"
Hier wurde doch niemandem Gewalt angetan. Ein Kind lehnt das eigene Geschlecht ab. Was hat den das Jugendamt zu tun. Hier wird nicht nur das Kind entmündigt, sondern auch noch die Eltern.

Was sind denn "erfahrene Psycohologen"? Du lebst wirklich in einer Traumwelt!
Die tragische Betonung liegt auch auf "gebracht" und "Umgebung". Wie sieht denn die aus (Nach Feng shui ausgerichtet?)? Schau dich mal um wie öffentliche EInrichtungen und das dortige Personal aussieht, dann wünschst Du niemanden dort hinzukommen. WIe lange soll das Kind dann auch weg von seinen Eltern sein? Ich glaube es hackt!

"dass ein elfjähriges Kind eine so schwerwiegende Entscheidung nicht alleine treffen kann und sollte."
Zum einen trifft man immer Entscheidungen alleine...nämlich selbst. Außerdem hat das Kind Eltern. In Deiner Zwangsvorstellung müssen es aber Psychologen sein. Braucht man dann auch einen, wenn man einen Kaufvertrag abschließen möchte? Wann hört denn die psychologische Betreuung deiner Meinung nach auf?

Zum einen fordert man mehr selbstbestimmung für Kinder. Sie sollen ja sogar wählen dürfen aber über ihr Geschlecht dürfen sie nicht selbst entscheiden. Das ist doch gruselig. Selbst im Erwachsenealter darf man in dem Fall nicht selbst entscheiden.

Den letzten Satz aus Deinem Kommentar verstehe ich dann überhaupt nicht mehr und kann auch gar Bezug mehr zum Thema herstellen: "Eines haben nämlich all diese kaputten Ideologien gemeinsam: Dumme Menschen bleiben einfach dumm."

Wer sind denn die "kaputten Ideologen"? Hörst Du manchmal auch Stimmen?

Zum Schluß: Um sein eigenes Geschlecht weiß man mit 4 Jahren. Daran ändern weder die Eltern noch irgendwelche Psychologen etwas.
Ob eine Entscheidung, ganz allgemein, für immer gültig sein wird, kann auch kein Psychologe feststellen. Deshalb heißt es immer: "mit großer Wahrscheinlichkeit".

MEIN Bauchgefühl sieht in der Geschichte noch viel mehr Potenzial und macht die Story erst richtig interessant: EIne Bedrohung durch einen Meteoriten, Erdstrahlen, schlechtes Kama, Hausgeister, geheimnisvolle Morde in der Nachbarschaft und eine tote Kakalake im Schwimmreifen.

von: Cora, 09.02.2012 21:55 Uhr

Lieber Kriss,
ich bin genau so erschüttert wie du, würde ich sonst hier der fleißigste Briefeschreiber sein? Aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass da viel mehr hinter der Geschichte steckt als die zunächst vordergründige und übliche Empörungs- und Betroffenheitspropaganda. Kann es denn nicht auch sein, dass das Kind zum Spielball der elterlichen Streitigkeiten geworden ist (was ich nach dem Artikel nicht für unwahrscheinlich halte) und dass das Jugendamt richtig handelt, indem es das Kind einfach aus der Schusslinie entfernt. Es wird dann in eine Umgebung gebracht, wo es mit Hilfe von erfahrenen Psychologen unabhängig von den Wünschen der Eltern herausfinden kann, was seine eigenen Wünsche sind. Kinder in dem Alter können das nämlich oft nicht trennen.

Ich sage nicht, dass es so ist oder so sein muss. Ich sage aber, dass es gut sein kann. Und bevor ich mich hier reflexartig empören lasse, muss ich eben mehr Informationen haben. Aus diesem Grund halte ich den Artikel für einseitig oder schlichtweg unvollständig. Ich weiß auch, dass die Skepsis mich in den Augen von manchen Leuten zum Nazi macht. In der DDR wurde Skepsis auch stets als faschistisch gebranntmarkt. Im Faschismus war's genau umgekehrt. Eines haben nämlich all diese kaputten Ideologien gemeinsam: Dumme Menschen bleiben einfach dumm.

von: Ben, 09.02.2012 14:28 Uhr

Ben du wiederspricht dir doch selber. Man sollte auch "auch die Psychologen" zu wort kommen lassen? Welche denn? Ach so, du meinst den Anstaltspsychologen, denn eine fachkundige Einschätzung von Experten verweigert dss Jugendamt ja. Super, erst einmal einweisen, was bedeutet: nächste Trauma fürs Kind. Eine Zwangseinweisung ist immer ein traumatisches Erlebnis, selbst für Erwachsene. Ich fasse es echt nicht und hoffe, dass die Siegessaeule mit der Berichterstattung am Ball bleibt.

von: kriss, 09.02.2012 09:12 Uhr

ja, liebe Cora, du hast vollkommen Recht. Komm, lass uns eine Lichterkette veranstalten, damit der Buchstabe S aus dem Alpabet entfernt wird. Und alle Wörter mit Doppel-s sollten aus der Deutschen Sprache gestrichen werden. Danach gehen wir das Internet zensieren und löschen alle Beiträge mit Doppel-S und dann auf zur Bücherverbrennung. Bei Leuten wie dir ist das natürlich vollkommen o.k. Du bist ja eine von den Guten und weißt, welche Beiträge gelöscht und später welche Bücher verbrannt werden dürfen.

Liebe SS (oh Gott, ich bin so ein Nazi!), es stimmt. Ich hatte den eindeutigen Hinweis auf das Zitat überlesen. Es tut mir Leid. Trotzdem wäre es für die Geschichte interessant gewesen, auch die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen. Was sagt das Jugendamt, was sagen die Psychologen? Es wird sicherlich auch da stichhaltige Argumente geben, die man vielleicht erst einmal abwägen muss, bevor man sich empört. Sonst bleiben wir auf Bild-Niveau. Selbst halte ich es zumindest für logisch, dass ein elfjähriges Kind eine so schwerwiegende Entscheidung nicht alleine treffen kann und sollte. Die Tatsache alleine, dass Psychologen eingeschaltet werden muss aber nicht unbedingt heißen, dass hier böse Mächte am Werk sind. Ganz im Gegenteil. Wir wissen es halt nicht und das ist das Problem mit dem Artikel.

von: Ben, 09.02.2012 03:11 Uhr

Weia…anstatt sich über entsetzliche Vorgehensweise der Berliner Behörden aufzuregen, geht es "Ben" nur um Formalitäten im Text und was er für "verantwortungsvollen Journalismus" hält. Wobei mir nicht klar wird, was er damit nun meint.

Mehr Oberlehrer und Selbstsucht geht schon nicht mehr.

Dabei folgt dann, wie immer in solchen Fällen, auch der eigene Fehler auf den Fuße und Siegessäule kürzt er mit "SS" ab. Wegen dieser Abkkürzung hätte ich den Kommentar aus dem Netz genommen. Sieht unverdächtig aus wie eine plump getarnte braune Hinterlassenschaft. Nicht einmal die Uni kürzt Sommersemester so ab.
Mit ein Minimum im Nachdenken kann man so nicht abkürzen!
So mahnt jemand bei anderen Verantwortung an und ist mit dieser Abkürzung dazu selbst nicht in der Lage.

Ich hoffe, dass diesem prähistorischen Treiben dieser Dumpfheit eines Berliner Jugendamtes rasch Einhalt geboten werden kann. Auf welchem vergessenen Planeten leben denn diese Bürokraten?

Man kann auch gar nicht glauben, dass in diese Stadt einen schwuler Bürgermeister regiert.

von: Cora, 09.02.2012 02:05 Uhr

Lieber Ben,
der von Dir kritisierte Teil ist deutlich als Zitat von change.org erkennbar. Mehr klare Trennung zwischen Bericht und Meinung geht nicht.
Viele Grüße, die Redaktion

von: Redaktion, 08.02.2012 13:18 Uhr

Einmal, wirklich nur einmal möchte ich bein der Siegessäule einen Artikel finden, der klar zwischen Information und Meinung trennt und sich wenigstens annähernd um Objektivität bemüht. Sind denn hier nur noch Praktikanten am Werk???

Wie kann man so einen Stuss schreiben ohne die Gegenseite darzustellen? Der Autor weiß also genau, was bei der "drohenden Zwangseinweisung" passieren wird: dem jungen Mädchen wird beigebracht, dass seine Gefühle falsch sind und bla bla bla und am Ende ist noch der Selbstmord suggeriert. Mensch Leute... ihr sollt Journalismus machen und keine lächerlichen politisch korrekten Betroffenheitsstories mit künstlicher Empörung.

Ich weiß, dass mein Beitrag mal wieder gelöscht wird. Aber vielleicht hilft er ja, dass wenigstens ein Mitarbeiter der SS wenigstens einmal kurz über verantwortungsvollen Journalismus nachdenkt.

von: Ben, 08.02.2012 13:08 Uhr

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