Berlinale 2012
Was geht, wer kommt? Ein Überblick
Hohes Staraufgebot & queere Filme in allen Sektionen – die Berlinale 2012 ist so queer wie nie!
siegessaeule.de 2.2. – Vom 9. bis zum 19. Februar steht Berlin wieder Kopf im Zeichen des Kinos. Vorbote der 62. Internationalen Filmfestspiele: knallroter Bär vor türkis-gelbem Hintergrund auf dem Plakat und andere neckische Farbkombinationen. „80er-Jahre-Ballonseidenjacken-Ästhetik“, unkt man im Festivalblog. Den Stars sind die komischen Plakate egal. Sie lieben Berlin und die Berlinale. Hollywood-Schauspieler Tom Hanks und Bollywood-Megastar Shah Rukh Khan wollen kommen. Spekuliert wird auf Robert Pattinson und Angelina Jolie, die im Berlinale Special ihr Regiedebüt „In The Land Of Blood And Honey“ präsentieren wird.
Auch Meryl Streep wird erwartet. Sie soll mit dem Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet werden. Erst im letzten Monat bekam die 62-jährige US-Schauspielerin einen Golden Globe für ihre Rolle als Margaret Thatcher in der „Eisernen Lady“. Der Film startet zwei Wochen nach dem Ende der Berlinale auch in den deutschen Kinos.
Oscar-Preisträgerin Meryl Streep erhält den Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk
Insgesamt werden wieder rund 400 Filme in zehn Sektionen gezeigt. U. a. internationales Kino im Wettbewerb, Independent und Arthouse im Panorama, Filme für junges Publikum in Generation, deutsche Neuentdeckungen und Talente in der Perspektive Deutsches Kino, Avantgarde und Experiment im Forum.
Eröffnet wird die Berlinale am 9. Februar im Berlinale Palast mit einem Film, der laut offizieller Queer-Liste auch ein bisschen lesbisch ist: „Les Adieux à la reine“ (Leb’ wohl, meine Königin) von Benoît Jacquot („Tosca“, „Villa Amalia“). In dem spanisch-französischen Historienstreifen spielt Diane Kruger („Inglourious Bastards“) Königin Marie Antoinette, Léa Seydoux („Midnight in Paris“) schlüpft in die Rolle Ludwigs XVI. Wir sind gespannt! Auch die Berlinale-Sektion Perspektive Deutsches Kino 2012 beginnt mit einem queeren Beitrag: Katarina Peters’ Dokumentarfilm über die Künstlerin Diana Torr, die Königin weltweiter Dragking-Workshops.
Am 17. Februar wird im Rahmen der Berlinale zum 26. Mal der wichtigste queere Filmpreis, der Teddy Award verliehen. Kult-Sängerin Marianne Rosenberg, das Berliner Duo Stereo Total und die kanadische Electroclash-Ikone Peaches treten auf. Ein Film wird an diesem Abend auch mit der ELSE prämiert, dem mit 1.000 Euro dotierten Siegessäule-LeserInnen-Preis.
Regisseur François Ozon gewann 2000 den Teddy, 2012 ist er Jury-Mitglied der Berlinale
Doch Stars gibt es nicht nur auf der Leinwand, auch die Jury ist hochkarätig besetzt. Zu ihr gehört diesmal unter anderen der schwule Regisseur und Drehbuchautor dieser Tage überhaupt: François Ozon. Der Franzose feierte sein Kinodebüt 1998 mit der rabenschwarzen Komödie „Sitcom“. Der internationale Durchbruch kam 2002 mit der grandiosen Musical-Komödie „8 Frauen“, die damals auf der Berlinale einen Silbernen Bären einheimste. Für „Tropfen auf heiße Steine“ bekam er 2000 einen TEDDY.
Mit in der Jury sitzt auch Hollywood-Schnuckel Jake Gyllenhaal, der 2005 für seine Rolle als Jack in Ang Lees schwulem Cowboy-Drama „Brokeback Mountain“ für einen Oscar nominiert wurde.
Zur Berlinale-Jury gehört auch die französisch-britische Schauspielerin und Musikerin Charlotte Gainsbourg, Tochter von Serge Gainsbourg und Jane Birkin („Je t'aime ...“). Für ihre Rolle in Lars von Triers „Antichrist“ gewann sie 2009 in Cannes den Darstellerpreis. Zuletzt spielte sie in Triers „Melancholia“, der als Bester Film den Europäischen Filmpreis 2011 bekam.
Also: Viel Spaß bei der Berlinale!
Andreas Marschner
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