Homophobie08
Doch kein homophober Überfall in Schöneberg?
Das Motiv für die Gewalttat Ende Januar ist weiterhin unklar
SIS 13.2. „Die bisherigen Ermittlungen haben keinen Hinweis auf eine homophobe Motivation ergeben“, sagte heute der Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin, Michael Grunwald, gegenüber Siegessäule Online. Am 21. Januar gab es in Schöneberg einen Angriff auf einen 23jährigen, der in der Szene für Aufruhr sorgte. Das Opfer erlitt bei der Schlägerei lebensgefährliche Verletzungen im Schädel- und Gesichtsbereich, mittlerweile ist sein Zustand stabil. Als Reaktion auf den vermeintlich homophoben Überfall fand die zweite Mahnwache gegen Gewalt gegen Schwule innerhalb kurzer Zeit statt. Die Tat schien ein weiterer Vorfall innerhalb einer ganzen Serie homophober Übergriffe in Berlin zu sein.
Die bisherige Untersuchung des Falls hätte ergeben, so Grunwald, dass es sich um eine „unglückliche Verkettung von Prahlerei und gegenseitigem Hochschaukeln unter jungen Männern“ handele, „die in Berlin ständig vorkommt, mit Gewalt gegen Schwule in diesem Fall aber nichts zu tun hat“. Der genaue Tathergang konnte allerdings noch nicht festgestellt werden, gegen die Täter wird noch ermittelt.
Aufgrund vermehrter Gewalttaten gegen Schwule und Lesben in Berlin ist die Community alarmiert, das Interesse an der Aufklärung der Gewalttat im schwulen Kiez rund um die Motzstraße dementsprechend groß. Alexander Zinn vom LSVD Berlin-Brandenburg bleibt auf Nachfrage bei der Einschätzung, dass es sich um einen homophoben Überfall handelt. Christoph Tischer vom Projekt „Sag Nein zur Gewalt“ geht dagegen von einer Konkurrenzsituation in der Sexarbeiterszene im Kiez aus. Die Aufklärung des Falls steht also noch aus.
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