Siegessäule - Arsch Hoch

 

Schulterschluss

Am 18. September findet in Berlin die Wahl zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen statt. Der Einzug der AfD ist nach letzten Umfragen wahrscheinlich. Nun stellt sich ein breites Bündnis von queeren Initiativen, Medien, Institutionen und Selbsthilfegruppen aus Berlin den Parteien AfD und NPD entgegenApril 2016

Ein zweistelliges Wahlergebnis der AfD, wie bei den Landtagswahlen im März, wäre für Heiko Großer, Vorstandsmitglied der Berliner Aids-Hilfe (BAH), „eine Katastrophe“. „Keine Stimme den Blauen und Braunen“, lautet denn auch die klare Parole der Kampagne „Arsch hoch! Du hast die Wahl“. Initiiert von der BAH haben sich derzeit über 30 queere Einrichtungen, Organisationen und Unternehmen aus Berlin angeschlossen, darunter GLADT, das Schwule Museum*, Begine, Lesben- und Schwulenberatung, der Regenbogenfonds, Teddy, SchwuZ, der Berliner CSD e. V. sowie SIEGESSÄULE und L-MAG.
„Sie reden von mehr Demokratie, doch wollen sie diese bloß aushöhlen. Sie verneinen die sexuelle Vielfalt und wollen die sogenannte Propaganda von und über queere Menschen verbieten“, heißt es unter anderem im Aufruf. Es gilt, so Heiko Großer, „unsere lang und hart erkämpften Rechte zu verteidigen“. Man will vor allem jenen LGBTIs, die mit dem Gedanken spielen, aus Protest eine rechte Partei zu wählen, bewusst machen, welche Folgen ein Einzug der AfD oder NPD gerade auch für die eigene Minderheit bedeuten kann.
Die Initiatoren hoffen auf weitere Verbündete, die beispielsweise im Juni an CSD-Wagen oder Straßenfest-Ständen das Kampagnenlogo verwenden und damit ein Zeichen gegen Rassismus, Ausgrenzung und ein rückständiges Frauen- und Familienbild setzen. Geplant sind zudem Diskussionen, Kulturveranstaltungen und andere Aktionen. „Die Zeit, sich rauszuhalten, ist vorbei“, kommentiert SIEGESSÄULE-Chefredakteur Jan Noll den Beitritt des Magazins zum Bündnis. „Im Sinne der LGBTI-Bewegung ist es unsere ethisch-moralische Pflicht, die Stimme gegen rechts zu erheben.“

Axel Schock

Mehr über die Kampagne im Interview mit Heiko Großer auf SIEGESSÄULE.DE und unter berlin-aidshilfe.de

 

 

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