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Chandelier Divine Brown ist Siegessäule-Drag-Queen 2014

Verwirrend viele Wettbewerbe fanden am Osterwochenende statt. Nach „Berlin Song Contest“ und Miss CSD wurde nun auch die Gewinnerin im Siegessäule Drag Contest gekürt

Wollt ihr einen Star sehen? Chandelier kann's werden (c) Guido Woller

21.4. – Ein fulminantes letztes Mal ging am Sonntag abend über die SchwuZ-Bühne. Mit der  sechsten Wahl der Siegessäule Drag Queen verabschiedet sich die Siegessäule als Mitveranstalterin aus diesem Contest. Acht Bewerberinnen traten an mit Variationen des Themas Travestie und Drag mit Musik. Letzten Endes stand dieses Mal das Thema Entertainment als Bewertungskriterium mehr im Vordergrund als je zuvor.

Die Jury war mit Romy Haag und Edith Schröder einerseits und mit Kaey und Jan Noll von der Siegessäule-Redaktion nebst Vorjahressiegerin Hatice Ösgür so bunt gemischt wie das Programm.  

Travestie oder Drag lebt immer auch vom Déja-Vu, vom Wiedererkenungseffekt. Experimente müssen schon verdammt gut sein, um zu überzeugen. Bekanntes läuft (fast) immer. Der unberechenbare Vogel Publikum frisst am allerliebsten, was er kennt. Auch im SchwuZ.

Gewonnen hat mit Chandelier Divine Brown eine Lipsync-Granate, die Romy Haag „vom Fleck weg für meinen Laden als Starattraktion“ engagiert hätte, so es ihn noch gäbe. Da machte es fast nichts, dass Chandelier auf Nummer sicher ging und als erstes „And I Am Telling You …“ aus Dreamgirls interpretierte. Damit hat 2010 schon die damalige Gewinnerin Gloria Glamour Punkte gesammelt. Pandora versuchte sich in 1:1-Versionen von Madonna („Vogue“) oder Lady Gagas „Poker Face“. Eine Nummer, die Maggie Knorr als erster Siegessäule-Drag Queen 2009 mit zum Sieg geführt hat. Pandora ist sicher eine Newcomerin, die es zu beobachten gilt, denn ihr Potenzial ist groß. Zum perfekten Aussehen muss noch die Personality rausgekitzelt werden, dann klappt’s auch mit der Schärpe.

Schön, dass es Jenny – live toll rockig und wesentlich überzeugender als im Playback – ins Viererfinale geschafft hat. Ebenso Tourette de Mar: boyish-androgyn  mit zwei Live-Songs. Das spricht nicht nur für die Jury, sondern auch für die Moderatorin Camelia Light, deren Vergabe der Sympathiepunkte bei vergangenen Durchgängen nicht so ganz schwindelfrei war.

Zu Beginn noch dabei: Amanda Cox, die leider die falsche Nummer ausgesucht hatte und Rosetta Stoned, deren unkonzentrierter Auftritt ratlos, aber ihrem Namen alle Ehre machte. Im Halbfinale mussten Grady van Oranja, (große Ausstattung, aber dann doch zu retro) und Miss Elektra (progressiv, aber zu bemüht) gehen.

Es war ein runder Abend, der professioneller wirkte als noch am Mehringdamm. Wenn es sich jetzt noch bis in die Technikkanzel des SchwuZ herumspricht, dass ein Verfolger-Spot besser für die Leute auf der Bühne ist als kunterbunter Lichtwechsel – vor allem, wenn es auf Mimik ankommt –, wird es beim nächsten Mal noch besser.    

Frank Hermann



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