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AUSZEICHNUNG

Magnus-Hirschfeld-Preis für RuT!

Bei einem „Abend der lesbischen Sichtbarkeit“ wurden die Aktivistin Annet Audehm und der Verein RuT – Rad und Tat mit dem Magnus-Hirschfeld-Preis 2017 geehrt

Die Preisträgerinnen 2016 © jackielynn

16.05.17 – Mit dem Magnus-Hirscheld-Preis zeichnen die SPD Berlin und SPDqueer Berlin jedes Jahr eine Einzelperson und eine Institution aus, die sich in ihrer Arbeit für die Queer Community besonders verdient gemacht haben. Am Montag wurden die diesjährigen Preise an die Aktivistin Annet Audehm und den Verein RuT – Rad und Tat verliehen.

An diesem Abend wurde im Rathaus Charlottenburg viel in die deutsche Geschichte der Homo- und Trans*bewegungen geschaut. Begonnen mit dem wohl ersten Lied gegen Homofeindlichkeit, dem „Hirschfeld Lied“ von 1908, wurde an die Diskriminierung und den Widerstand von Queers im gesamten letzten Jahrhundert erinnert. Die Preisverleihung an Lesben, die sich schon jahrzehntelang gegen Homo- und Trans*feindlichkeit einsetzen, stand ganz in dem Bewusstsein, wie lang und breitgefächert die Queer Community schon aktiv ist.

„Sie ist kämpferisch, offen, lesbisch, ohne dabei eine Kampflesbe zu sein“, entfährt es der Genossin Sylvia-Fee Wadehn in ihrer Laudatio für Annet Audehm. „Tschuldigung, das nehme ich zurück, natürlich ist Annet eine Kampflesbe!“ Freudiger Jubel im Publikum. Annet selbst stellt klar, dass für Queers weltweit noch viele Kämpfe bevorstehen, und auch die Türkei und Tschetschenien weit weniger entfernt von uns liegen, als uns lieb ist.

Mit der Ehrung des Vereins RuT – Rad und Tat erklärt schließlich der Laudator Conny Hendrik Kempe-Schälicke, der leider von Vor- und Nachredner*innen konsequent misgendered wird, die gesamte Veranstaltung zum „Abend der lesbischen Sichtbarkeit“. Seit fast 30 Jahren stellen die Frauen im Schillerkiez ältere und disableisierte Lesben in den Vordergrund, schaffen lesbische Kultur, beraten und planen nun ein lesbisches Wohnprojekt inklusive Pflegestation. Auch im Rahmen ihres innovativen Wohnprojekts würden sie ständig auf strukturelle Diskriminierung stoßen und sich nun umso mehr über ihren Preis als Anerkennung ihrer jahrzehntelangen Arbeit freuen.

Clara Woopen



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