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CSD

Nun doch: Event am Mariannenplatz zum Kreuzberger CSD geplant

Der traditionelle Kreuzberger CSD-Umzug entfällt dieses Jahr. Eine Facebook-Initiative lädt stattdessen zu einer Versammlung am 24. Juni ein, mit offenem Programm

© jackielynn

Update 23.06.17 - Die Veranstaltung zum Kreuzberger CSD an diesem Samstag wurde abgesagt! Die Organisatoren hatten gehofft, dass das Event als freie Versammlung gelten würde. Doch das Bezirksamt teilte ihnen jetzt mit, dass man das Picknick nicht am Mariannenplatz abhalten könne! Die Veranstalter gaben an, offensichtlich nicht über genügend Erfahrung verfügt zu haben, um ein solches Event umzusetzen. Sie rufen jetzt auf, sich an derBlack Lives Matter Demo zu beteiligen, die um 16:30 am U-Bahnhof M*straße beginnt. Auf Facebook kündigten allerdings bereits einige UserInnen an, sich davon nicht abhalten zu lassen und sich dennoch zum verabredeten Zeitpunkt am Mariannenplatz einzufinden.

10.06.2017 – Es wird nun doch ein Event in der Tradition des alternativen Kreuzberger CSD geben! Am 24. Juni ab 12 Uhr kann man zur Versammlung am Mariannenplatz in der Nähe des U-Bahnhofs Kottbusser Tor in Kreuzberg kommen. In Glitzer, Straßenkleidung oder nackt, wie man will, wie es in der Einladung sinngemäß heißt.

Das Event wurde über Facebook unter dem Titel K*CSD: kein XCSD, kein Problem angekündigt. Es ist von den InitiatorInnen Make Queer a Threat again bewusst offen angelegt: eine Demo oder ein Umzug sind nicht geplant, ein Programm für die Versammlung am Mariannenplatz wird nicht vorgegeben.

Seit 20 Jahren findet in Kreuzberg ein alternativer CSD statt, der sich 1997 aus politischen Gründen vom großen CSD abgespalten hat. Seitdem wird er unter verschiedenen Namen – Transgenialer CSD, Kreuzberger CSD oder X*CSD – immer im Juni gefeiert. Ob es dieses Jahr eine alternative Veranstaltung geben wird, war allerdings lange fraglich. Immer wieder kam es in den letzten Jahren zu Konflikten rund um den CSD in Kreuzberg, SIEGESSÄULE berichtete. Auf der Website des X*CSD hieß es noch bis vor kurzem: „Ob am 24. Juni überhaupt irgendetwas stattfindet, steht bislang in den Sternen.“ 

Viele seien darüber traurig gewesen, sagt einer der InitiatorInnen des nun angesetzten Facebook-Events. „Vor allem dieses Jahr, zum 20-jährigen Jubiläum, hätten wir es sehr schade gefunden, wenn es keine Alternative zum Mainstream-CSD gibt.“

Ein paar Leute fanden sich deshalb zu einem losen Orga-Team zusammen, um kurzfristig noch etwas zu organisieren. „Wir wollten eine Gelegenheit für alle Queers bieten, an diesem Tag, an dem wir immer zusammen gekommen sind, gemeinsam zu feiern. Und einen Raum bereitstellen für die, die sich im großen CSD nicht repräsentiert und sich dort nicht wohl fühlen.“

Als Ersatz für den bisherigen Kreuzberger CSD sehen die InitiatorInnen das Event allerdings nicht, „aber er steht natürlich in dessen Tradition. Das ist mehr gedacht als Queer-Takeover eines öffentlichen Raums, als als eine traditionelle Veranstaltung.“ Man habe sich bewusst dagegen entschieden, eine Demo oder einen Umzug zu organisieren, ein festes Programm oder Redebeiträge vorzubereiten. „Es gibt so viele verschiedene Gruppen in der Queer-Szene. Da ist es schwer zu entscheiden, wer dort sprechen muss oder welche politischen Aufgaben am wichtigsten sind. In der Auseinandersetzung mit den Problemen, die es in der Vergangenheit gegeben hat, haben wir beschlossen, eine Veranstaltung nach dem Do-It-Yourself Prinzip zu machen.“

Dass bislang nichts feststeht außer dem Ort und der Zeit des Events, heißt nicht, dass es kein Programm geben wird. Wer etwas beitragen möchte, „ob Essen, Performances, Glitzer oder Make-up Kurs“, sei herzlich willkommen dies zu tun. Politische Inhalte seien auch durchaus erwünscht, aber eben nicht durch ein Orga-Team moderiert. „Wir denken, wenn Queers zusammenkommen, ist das ja immer auch politisch," so die InitiatorInnen, die anonym bleiben wollen. „Und wenn wer ein Plakat dabei hat, ist das die Entscheidung der betreffenden Person. Wir hoffen, dass die Leute da selbst Verantwortung für sich übernehmen.“

FS



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