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Interview

Miss*ter CSD Anna Bolika: „Ich bin die Höllenhure der Verdammnis“

Die diesjährige Repräsentantin der Community ist hochmotiviert für die CSD-Saison und voller Pläne für politische Veränderungen

17.06.17Mit Live-Gesang und großer Klappe hatte Anna Bolika bei der Wahl im Wilde Oscar die Jury und das Publikum überzeugt. Hochmotiviert gibt sie sich im Interview mit SIEGESSÄULE.DE zu Beginn der Pride-Saison 2017.

Anna, viele kennen dich aus der Berliner Szene. Für alle anderen: Wofür bist du bekannt, was sollte man über dich wissen?
Ich bin die „russische Höllenhure der Verdammnis“ und mit dem Teufel im Bunde. Außerdem habe ich eine ziemlich große Klappe, neben den großen Brüsten, die mir unter anderem den Sieg bei der Wahl zum MISS*ter CSD 2017 verschafft hat.

Wo kann man dich während der Prideweek treffen, hast du schon Termine?
Zuerst natürlich auf dem Straßenfest. Ich werde meine Freunde von Quarteera e. V. unterstützen. Außerdem habe ich am 16.7. um 18:30 Uhr auf der Queeren Medienbühne Gelegenheit, mich und meine Pläne vorzustellen. Danach kommt die Gay Night @ the Zoo (19.7.), der CSD auf der Spree, vielleicht der Dyke March – sofern meine lesbischen Zuckerschnecken mich als omnisexuelle Sexdämonin dabei haben wollen – und natürlich der CSD selbst. Dort werde ich die Parade miteröffnen und dann mit Quarteera ganz vorne dabei sein!

Was wird der Schwerpunkt deiner politischen Arbeit sein?
Ich habe jetzt schon zwei Mal Quarteera erwähnt. Die Organisation arbeitet mit und für russischsprachige LGBT-Flüchtlinge, unter anderem auch aus Tschetschenien. Generell hat mich in den vergangenen Jahren das Thema „LGBT in Russland“ sehr beschäftigt und diesen Titel sehe ich als große Chance, etwas zu bewegen oder zumindest anzuregen. Mein Hauptaugenmerk für meine politische Arbeit sehe ich darin, die Aufmerksamkeit, die mir durch den Titel geschenkt wird, in diese Richtung zu lenken. Themen die mich außerdem interessieren: Eine Anlaufstelle explizit für LGBTIs mit muslimischem Hintergrund. Wichtig ist mir auch die Abdeckung von PreP durch die Krankenkassen. PreP schützt, richtig eingenommen, effektiv gegen HIV und sollte allen, die wollen, als Option einfach und kostengünstig zur Verfügung stehen. Und zu guter Letzt, leider ein Klassiker:Ehe für alle, Adoptionsrecht etc.

Was brauchen wir in der Community am meisten und was sollte sich ändern?
Zusammenhalt, Engagement und ein produktives Miteinander. Mir kommt es oft so vor, als ob wir Regenbogenzuckerschnecken uns selbst der größte Feind sind. Man muss auf gar keinen Fall alles und jeden mögen, aber man sollte schon soweit miteinander auskommen, dass nicht auf einmal z. B. vier CSDs stattfinden müssen. Außerdem: Wir alle sind der Regenbogen. schwul, lesbisch, trans, cis, dick, dünn, alt, jung, Sexdämonin… sogar das Gendersternchen*. Wir haben alle viel durchlebt und gerade wir müssen uns gegenseitig unterstützen und aufbauen.

Interview: Frank Hermann

 



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