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Fashion

Berlins strenge Linien

Nathini van der Meers exklusive Kleidungsstücke halten sich weder an vorgegebene Stile, noch an Geschlechtergrenzen. Wir sprachen mit Nathini über ihre Arbeit

Mode von Nathini van der Meer

02.02.18 – Vor vier Jahren gründete Nathini van der Meer ihr eigenes Label. In ihren Entwürfen versucht sie, die Grenzen zwischen Menswear und Womenswear zu verwischen. Sie spielt außerdem mit stilistischen Brüchen: Sportliche Elemente treffen auf elegante Abendgarderobe und ungewöhnliche Materialien.

Wie Berlin sie inspiriert, was Mode mit Film zu tun hat und einiges mehr verriet sie uns im Interview 

Nathini, wo kommst du her und wo ist aktuell dein Zuhause? Ich bin in Berlin aufgewachsen und habe meine Kindheit zwischen Europa und Südostasien verbracht. Ich bin auch heute immer viel beruflich auf Reisen und kann mich überall zurechtfinden. Berlin und Los Angeles sind jedoch meine Basis. In diesen beiden Städten habe ich Wurzeln, enge Freundschaften und Kontakte, auch wenn sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Berlin ist industriell, grau, mit strengen Linien. Es ist eine sehr realistische Stadt, mit Leuten auf die man sich verlassen kann. L. A. hingegen ist rot, blau und gelb. Es ist riesig und laut und das Leben findet viel draußen statt. Die schiere Größe und der unmögliche Verkehr isolieren die Bewohner sehr voneinander. Es ist eine Stadt des Individualismus: Jeder ist dort, um aus der Masse hervorzustechen und sein „bestes Selbst“ zu werden. Ich mag den Kontrast zwischen diesen beiden Orten sehr und nehme von beiden Einflüsse in meine Arbeit auf.

Wie bist du zur Mode gekommen? Arbeitest du inzwischen mit Stores zusammen oder kauft man über Anfrage bei dir?
Ich habe Modedesign an der UDK in Berlin studiert, eine Universität mit starken künstlerischen und handwerklichen Schwerpunkten. Im Grundstudium haben wir nicht nur mit Textil, sondern auch mit Holz, Kunststoff oder Metall gearbeitet. Diese gelöste und experimentelle Herangehensweise ist nach wie vor wichtig für meine Arbeit.

Deine Entwürfe werden nicht in Serie produziert, sondern man muss sie direkt bei dir anfragen, und dann werden sie individuell angefertigt. Wieso hast du dich für diese Art der Produktion entschieden? Ich habe mit Serienproduktionen experimentiert. Dabei habe ich aber immer ein besonderes Augenmerk auf die „Show-Pieces“ und die handwerklich sehr aufwändigen Prozesse gelegt. Meine Kollektionen beinhalten oft Einzelteile in denen hunderte von Stunden Handarbeit stecken, z.B. schwere Hand-Stickereien mit Glasperlen, oder experimentelle Oberflächen und Materialien wie gewebtes Gummi oder geknüpftes Pferdehaar. Es geht mir bei meinen Entwürfen nicht unbedingt darum, möglichst viel zu produzieren und zu verkaufen, sondern eher, mit Kleidung eine Geschichte zu erzählen – z.B. durch meine Live-Events, Fotoshootings oder Modefilme.

Du bist nicht nur Modedesignerin, sondern arbeitest auch als Regisseurin und „Creative-Director“ bei anderen Filmen. Wie passt das zusammen? Ich arbeite oft an Filmprojekten mit starkem Modefokus. Meine beiden Berufe befruchten sich sozusagen gegenseitig. Meine handwerkliche, haptische Arbeit als Modedesignerin und die thematischen und ästhetischen Schwerpunkte, mit denen ich mich in Regie und „Creative Direction“ auseinandersetze, ergänzen sich. Auch im Film spielen Form, Farbe und Zeitgeist, Mode und Trends eine große Rolle.

Was sind deine nächsten Projekte? Ich verrate ungern zu viel über bevorstehende Projekte. Aber neben meiner Arbeit an kommerziellen Film- und Fotoproduktionen in den USA schreibe ich derzeit an unabhängigen Filmprojekten. Eines davon ist mein erster narrativer Kurzfilm, ein anderes ein Fashionfilm, der meine kommende Kollektion begleiten wird. Außerdem plane ich, wie jedes Jahr, zur „Sommer Fashion Week“ in Berlin wieder eine neue Kollektion vorzustellen.

Interview: Kaey


Nathini van der Meer



Berlin-Queer-Kalender

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