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Aktion

Protest gegen AfD-nahen „Marsch der Frauen“ am Samstag

Am kommenden Samstag mobilisiert AfD-Mitglied Leyla Bilge zu einem „Marsch der Frauen“ durch Berlin. Antirassistische und feministische Bündnisse rufen zu Gegenkundgebungen auf

Demo zum Frauentag in Berlin © Sally B

15.02.18 – Unter dem Titel „Marsch der Frauen" mobilisiert Leyla Bilge, Mitglied in der „Alternative für Deutschland" (AfD), am kommenden Samstag, den 17.02., zu einer Demonstration durch Berlin. Ein Zusammenschluß zivilgesellschaftlicher Bündnisse, antirassistischer und feministischer Initiativen und Parteien (darunter VertreterInnen von der Partei Die Linke und den Grünen) haben am selben Tag Gegendemonstrationen angekündigt. Diese stehen unter dem Motto „Nicht in unserem Namen - Kein Feminismus ohne Antirassismus“. Ab 14:00 sollen diverse Kundgebungen rund um den Mehringplatz (Hallesches Tor) in Kreuzberg stattfinden.

An den Gegenprotesten beteiligt sich unter anderem das „Berliner Bündnis gegen Rechts“ (BBgR). Die Initiative von Leyla Bilge gebe zwar vor, sich für die Rechte von Frauen und gegen sexualisierte Gewalt einzusetzen, sagt Peter Smolinski, Sprecher des Bündnisses, gegenüber SIEGESSÄULE. Tatsächlich werde der „Marsch der Frauen“ am Samstag aber „im Zeichen des Rassismus stattfinden“, indem er sich „ausschließlich und pauschal gegen Geflüchtete, MigrantInnen und MuslimInnen“ richte. Für jene, die zu dem Marsch mobilisieren, seien „die Täter sexualisierter Gewalt einzig 'illegal eingereiste Kriminelle'“. 

Dass AfD-Mitglieder vorgeben, mit Aktionen wie dem „Marsch“ die Rechte von Frauen oder anderen gesellschaftlich diskriminierten Gruppen zu verteidigen, ist für Peter Smolinski „Zynismus in Reinform“: „Die AfD war und ist, wie die gesamte politische Rechte, schon immer antifeministisch. Völkisches Denken, die Vorstellung einer 'Kernfamilie' aus Vater-Mutter-Kind und die Zurückweisung queerer Identitäten gehören unzertrennbar zusammen. Dass die AfD nun auch unter dem Deckmantel der 'Frauenrechte' mobilisiert, ist vor allem eine (mediale) Strategie.“

Neben der Organisatorin Leyla Bilge haben einige AfD-Bezirksverbände, so in Berlin und Brandenburg, und auch der Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzende Björn Höcke zur Teilnahme aufgerufen. Ebenso haben, laut BBgR, Pegida-Gründer Lutz Bachmann und Mitglieder der „Identitären Bewegung“ ihre Teilnahme angekündigt.

Seit einigen Jahren inszeniert sich Bilge in medialen Auftritten als Frauenrechtlerin und als „Ex-Muslima“, die jetzt, nach eigenen Angaben, Christin sei. Seit 2016 ist sie AfD Mitglied. Sie hält Vorträge in ganz Deutschland, 2017 etwa auch auf der Konferenz des rechten Magazins „Compact“.

FS


Demo: „Nicht in unserem Namen - Kein Feminismus ohne Antirassismus. Protest gegen rassistischen Aufmarsch durch Kreuzberg“
,
17.02., 14:00 – 17:00, Kreuzberg

Die Strecke des „Marsches der Frauen“ hat die Polizei, mit Stand vom Mittwochabend, noch nicht bekannt gegeben. Laut dem „Berliner Bündnis gegen Rechts“ sind bisher mehrere Gegenkundgebungen, jeweils für 14:00, angemeldet:
 in der Stresemannstraße, am Mehringplatz / Gitschiner Straße
 und in der Franz-Klühs-Straße.

Aktualisierte Infos unter:  berlingegenrechts.de, auf Facebook und auf den Twitter-Hashtags #niun1702 und #b1702

 



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