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Das Ludwig braucht eure Unterstützung!

Das Ludwig kämpft ums Überleben. Was es braucht, um die queere Neuköllner Kiezbar zu erhalten, erzählte uns Betreiber Maurus Knowles

Maurus Knowles © Emmanuele Contini

12.04.18 – Über Facebook hatte Maurus Knowles, der Betreiber der queeren Bar Ludwig in der Anzengruberstraße 3, zur Unterstützung aufgerufen. Im Interview mit SIEGESSÄULE schildert er die aktuellen Probleme

Maurus, deinen Posts bei Facebook und einem kleinen Artikel im Tagesspiegel zufolge steht es schlecht um das Ludwig. Es heißt, du müsstest eventuell in drei Wochen aufgeben und den Laden schließen.Was genau ist los? Das Ludwig wächst langsam aber stetig – seine Kosten allerdings bislang in gleichem Maße. Die letzten Monate hat es nur Dank der Hilfe meiner Freund*Innen überlebt. Es geht im Kern um wachstumsbedingte Kosten, die kaum oder gar nicht beeinflussbar sind. Ich muss mittlerweile in Vollzeit für den Laden da sein und da braucht's z.B. eine durch ihn finanzierte Krankenversicherung. Das sind unumgängliche Basics. Es braucht bei vollem Haus zwei Barkeeper und bei Shows zusätzlich jemanden, der sich um den Ablauf kümmert. Dann stehen zwei Jahre nach der Eröffnung auch Ersatz- und Neuanschaffungen an und es gibt da noch völlig kafkaeske, dysfunktionale Dinge wie die GEMA. Und, verdammt nochmal, alle Kreativen, die im Ludwig arbeiten, sollen dafür wenigstens ein halbwegs angemessenes Honorar bekommen: Diskurs, Kultur und gute Unterhaltung sind nicht wertlos! Das Ludwig hat von Anfang an ein breites, buntes Programm geboten. Vor allem ist es aber ein Begegnungsort und Treffpunkt, eine nette, entspannte Bar! Ich hab's gerade nochmal durchgerechnet: Zum Überleben braucht es durchschnittlich etwa 10 Gäste mehr pro Tag. Das ist eigentlich nicht viel, oder? Aber ohne euch geht's halt nicht!

Was würde es für dich persönlich bedeuten, wenn das Ludwig schließen müsste?
Das kann ich mir nicht vorstellen, no way! Aber es geht nicht um mich, es geht um ein vielgestaltiges queeres, kreativ-kulturelles und nachbarschaftliches „wir“ in meiner Heimat und familiären Herkunft Neukölln. Das ist das, was ich hier zusammen mit anderen immer wieder neu und auf die unterschiedlichste Art bauen möchte: Ich will nichts anderes mehr machen! Um damit überhaupt anzufangen, habe ich nicht gerade wenig Schulden gemacht, die nur das Ludwig zurückzahlen kann. Das Ludwig ist mein Herz, meine Hand, mein Körper, meine Seele, kurz: mein Leben. Das mag pathetisch klingen, aber anders könnte ich die Energie für 70 bis 80 Arbeitsstunden pro Woche nicht aufbringen.

Mittlerweile ist das Ludwig ein wichtiger queerer Ort für Debatten, Kunst und Kultur geworden, den man nicht mehr missen möchte. Was können Community und deine Fans tun, um dich zu unterstützen? Gibt es spezielle Events, auf die du nochmal hinweisen möchtest? Kommt ins Ludwig, nutzt den Ort, macht ihn – noch mehr als bisher – zu dem euren! Er bietet verdammt viele Möglichkeiten: Nutzt sie! Trinkt euer Feierabendbier hier, kommt vor dem SchwuZ oder nach eurem Besuch im Heimathafen oder Passagekino! Initiiert oder haltet hier eure Stammtische ab, feiert euren Geburtstag im Ludwig ...! Im Mai wird es etwa 14 sehr unterschiedliche Events geben, alle zauberhaft und spannend: zwei politisch-kulturelle Salons, eine Krimilesung, Tuntenshow, Performance Art Night, Comedy, Musik ... Euch entgeht nichts davon, wenn ihr regelmäßig auf der Web- oder Facebookseite des Ludwigs nachschaut!

Interview: jano

ludwig-berlin.eu



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