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Modelabel klaut beim Ficken3000

Das Modelabel Vetements nutzt das Logo des Ficken3000 ungefragt für ihre überteuerten T-Shirts. Die Darkroom-Bar hat sich nun auf kreative Art gerächt

06.07.18 - Überraschung auf der Fashion Week: Die Gäste der Modemesse Panorama Berlin konnten in einen Darkroom samt Glory Holes eintauchen. Präsentiert wurde hier die gemeinsame T-Shirt-Kollektion von Muschi Kreuzberg und dem Ficken 3000. Der ungewöhnliche modische Auftritt der Kreuzberger Darkroom-Bar hat dabei einen spannenden juristischen Hintergrund.

Vor zwei Jahren begann es. Geschäftsführer Frank bekam aufgeregte Anrufe. Es sei doch toll, dass es endlich T-Shirts vom Ficken3000 gebe – aber über 600 Euro für einen Fetzen Stoff? Ob er noch alle Tassen im Schrank habe? Eine kurze Recherche ergab: Tatsächlich wurden diese T-Shirts so angeboten. Kackfrech hatte das Modelabel Vetements sowohl das Ficken3000-Logo als auch den Slogan „Share the Blame“ geklaut und auf ihre Luxus-Oberbekleidung gedruckt.

Zwei Sachen stießen Frank dabei besonders auf. Zum einem bezeichnete Vetements das Ficken3000 als Underground-Club. „Und das, wo wir doch als schwule Bar so explizit offen und stolz nach außen auftreten,“ echauffiert sich Frank. Noch größer war der Ärger, als er herausfand, dass auf der Rückseite auch noch Werbung für Ketamin gemacht wurde. „Das ist ja eigentlich ein Pferdebetäubungsmittel. Eine ganz ekelhafte miese Droge. Manchmal haben wir bei uns Leute herumliegen, die zappeln und nicht mehr Herr ihrer selbst sind – oder noch schlimmer andere aggressiv angreifen. Dafür Werbung zu machen ist schon unter aller Sau.“ Franks Anwalt regierte sofort mit einer einstweiligen Verfügung gegen das Modelabel. „Von denen kam aber gar keine Reaktion. Inzwischen läuft eine Unterlassungsklage“, so Frank.

Bis die Fragen juristisch geklärt sind, freut sich nun die gesamte Modebranche über Franks süße Rache. Zusammen mit dem Modelabel Muschi Kreuzberg drehte er den Spieß einfach um. Auf der im Rahmen der Fashion Week stattgefundenen Panorama Berlin präsentierten aufblasbare Sexpuppen nicht nur ihre prallen Latten – sondern darüber auch T-Shirts mit Aufschriften wie „Vetements 3000“ oder „Qui vole n’a pas de couilles“ – „Wer klaut, hat keine Eier“, dazu ein Berliner Bär mit erschlafften rotem Penis.

Muschi Kreuzberg erklärte dazu: „Nachdem das superschicke Label Vetements sich bei der Berliner Subkultur bedient hat und das berüchtigte Logo des Ficken3000 geklaut hat, entschloss sich Muschi Kreuzberg, sich mit der legendären schwulen Institution zusammenzutun und eine zukünftige Kollektion vorzustellen, die noch weitere von Berlins größten kulturellen Schätzen ausbeutet.“ Die Motive zeigen etwa Döner, den Reichstag oder das Kottbusser Tor, sowie weitere Designs, „die auf einem 650 Euro T-Shirt gut aussähen“. Tatsächlich bietet Muschi Kreuzberg die T-Shirts zu deutlich zivileren Preisen an. Genauso satirisch und wenig ernst gemeint ist die Bemerkung, dass Teile der Erlöse den Mitarbeitern des Ficken3000 zugute kämen, „damit sie sich endlich selber ein Vetements T-Shirt mit dem eigenen Logo leisten können.“

Laut Muschi Kreuzberg war die Schadenfreude in der Modeszene über den spontanen Coup sehr groß. „Vetements, das sind doch nur eierlose Kohlemacher, die eigentlich gar nix mit Mode zu tun haben,“ findet Frank vom Ficken3000. „Alle haben sich gefreut, dass diese Anzugträger mal was ,aufs Maul' bekommen haben.“

Carsten Bauhaus


© Ficken3000



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