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Berlin

Türkisches Restaurant wehrt sich gegen homophobe Flyer

In Berlin sind Flyer mit der Aufschrift „Gays Not Welcome!“ und dem Namen eines Kreuzberger Grillhauses aufgetaucht. Der Inhaber des Lokals und die Polizei sprechen von Rufmord

© fs

03.08.18 – Mehmet vom Öz Adana Grillhaus in Kreuzberg versteht die Welt nicht mehr. Seit vor einer Woche Flyer mit einer durchgestrichenen Regenbogenflagge und dem Satz „Gays Not Welcome!“ aufgetaucht sind, leiden sein Ansehen und sein Geschäft massiv – denn der homophobe Flyer hat die Überschrift: „Öz Adana Grillhaus“.

Mehmet, Inhaber und Geschäftsführer des Lokals, hat sofort Anzeige gegen Unbekannt erstattet. „Wir sind weder gegen Schwule noch gegen Lesben“, betont er gegenüber SIEGESSÄULE, „jeder Gast ist bei uns herzlich willkommen. Mensch ist Mensch!“ Dieses Statement und dazu eine Regenbogenfahne hat er auch, als er von den Flyern erfuhr, ausgedruckt auf eine Tafel gehängt und diese gut sichtbar vor seinem Restaurant in der Oranienstraße platziert.

Verbreitet wurden die Flyer an verschiedenen Orten in der Stadt. Unter anderem kursierten sie am vergangenen Freitag beim Dyke* March am Kottbusser Tor. Noch am selben Tag kamen etwa 100 aufgebrachte Leute in seinen Laden und beschwerten sich, erzählt Mehmet. Zum Teil hatten sie die Flyer dabei, die sie dann zusammenknüllten und ins Restaurant warfen. Einige traten gegen Tische und Stühle. Es gab aber auch andere Reaktionen. Mehrere schwule und lesbische Gäste hätten sich solidarisch mit dem Öz Adana erklärt und seien demonstrativ im Lokal sitzen geblieben. „Die haben uns geholfen und uns verteidigt“, sagt Mehmet. Im Lokal seien schon immer auch schwule und lesbische KundInnen gewesen, „und wir haben immer alle gut bedient.“

Die Flyer wurden auch in Kreuzberg am Schlesischen Tor und am Alexanderplatz in Mitte entdeckt. In der Anhalter Straße in der Nähe des Anhalter Bahnhofs waren drei Poster aufgehängt, die aussahen wie die Flyer, nur deutlich größer, im A3-Format. Auch auf Facebook, Twitter und Instagram ist der Flyer verbreitet worden. Bei Google hat das Öz Adana-Team zuletzt verstärkt Bewertungen für das Restaurant registriert, bei denen jeweils nur ein Stern abgegeben wurde.

„Seitdem das mit den Flyern passiert ist, haben wir 70 Prozent an Umsatz verloren“, klagt Mehmet. Die Polizei spreche von einer Rufmordkampagne. Sein Anwalt vermute, dass mit großer Wahrscheinlichkeit eine Kampagne der Konkurrenz dahinter steckt. Die Ermittlungen laufen.

Andreas Marschner

Der in Umlauf gebrachte Flyer


Statement des Öz Adana:
„Wir sind weder gegen Schwule
noch gegen Lesben!
Jeder Gast ist bei uns herzlich willkommen!
Mensch ist Mensch!
Der Kunde ist der König bei uns!
Wir wünschen allen CSD-Gästen ein gelungenes Festival!
No Racism!
Euer Öz Adana Team!"



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