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20 Jahre Gayhane: „Unser größtes Anliegen ist es, ein Safe Space zu bleiben“

Eine der wichtigsten Partyreihen der Stadt feiert am Samstag zwanzigjähriges Jubiläum. In den letzten Jahren ist Gayhane auch zunehmend ein Safe Space für geflüchtete LGBTI geworden

25.01.19 – Die Partyreihe „Gayhane” ist seit 20 Jahren teil der queeren Berliner Community und deutschlandweit die einzige „HomoOriental”-Party in dieser Größe. Ihre Ursprünge liegen in der türkischen Kreuzberger Tuntenszene. Künstlerin, LGBTI-Aktivistin und Gayhane-Mitbegründerin Fatma Souad rief in den 90ern die sozialkritische Tunten-Show „Salon Oriental” ins Leben, die im SO36 ihr Zuhause fand. Die Aftershow-Party der Veranstaltung war so ein großer Erfolg, dass sie zu einem eigenständigen Event wurde.

„Viele Gäste kamen nur noch wegen der Party, also war es Zeit, dem Ganzen einen eigenen Namen zu geben”, erzählt Sabuha aus dem Orga-Team, die die Anfänge miterlebt hat. „So wurde Gayhane geboren.” Die vier Resident-DJs sind arabisch-, türkisch- und deutschstämmig und ihre Sets reichen von Balkan-Pop zu indischer, hebräischer und arabischer Musik. Unter dem Stammpublikum sind nicht nur Berliner*innen, sondern auch Gäste aus Köln, München oder Hamburg.

„Bei uns ist jede*r willkommen, es gibt nur eine Regel: Religion, Nationalität und politische Ansichten müssen bitte vor der Clubtür gelassen werden. Drinnen sind wir alle gleich.” Religiöse Symbole oder Nationalfahnen sind nicht gerne gesehen. Wichtig ist den Veranstalter*innen auch die Privatsphäre ihrer Gäste: „Nicht alle Gäste sind geoutet, deshalb ist Fotografieren und Filmen bei uns prinzipiell nicht erlaubt.“

Im Laufe der letzten Jahre ist die monatliche Party zunehmend ein Safe Space für geflüchtete LGBTI geworden. Das bringt eine besondere Verantwortung mit sich. Das Orga-Team achte bei der Türpolitik darauf, dass sich jeder bewusst sei, um was für eine Party es sich handelt. „Unser größtes Anliegen ist es, ein Safe Space zu bleiben. Wir sind gerne bunt - von Kings, Queens, bis hin zu trans* ist hier alles vertreten. Heteros sind bei uns zwar auch willkommen, aber die Party soll schwerpunktmäßig natürlich queer bleiben.“

Am Samstag feiert die Partyreihe ihren Zwanzigsten Geburtstag. Ab 1 Uhr wird es wie immer eine Show-Einlage geben, diesmal mit besonders vielen Tänzer*innen und Performer*innen. „Um unser 20-jähriges Bestehen zu zelebrieren, haben wir bewusst KünstlerInnen ausgewählt, die schon seit Langem mit dabei sind. Wir feiern nicht nur den Erfolg der Veranstaltung – wir feiern uns.“

Elliot Zehms

20 Jahre Gayhane,
26.01., 22:00, SO36
DJ: Ipek, mikki_p und Aziza A



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