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Aktion

Befreit die Nippel!

„Weibliche“ Brüste gelten nach wie vor als anstößig. Das Kollektiv Nipple Liberation Army ruft deshalb am 10. März zum „World Nipple Liberation Day“ auf

Balu Christoph (li.) und Muri Darida (re.) © Kerstin Bullmann / timebrake_

08.03.19 - Facebook, Instagram und Co. verbieten „weibliche“ Nippel. Auch außerhalb des Internets gibt es wenige Orte, an denen es nicht als anrüchig gilt, Brüste und Nippel zu zeigen. Die Nipple Liberation Army ist ein Kollektiv aus 30 Aktivist*innen, das sich online wie offline für körperliche Selbstbestimmung und Safer Spaces einsetzt.

Initiator*innen Balu Christoph und Muri Darida erklären im Interview, warum alle Nippel befreit gehören

Balu und Muri, was genau macht die Nipple Liberation Army?Balu Christoph: Wir stehen für Körperautonomie und gegen die Zensur nicht cis-männlicher Körper. Das machen wir einerseits mit der queer-feministischen Party „Fuck Your Gender“ und andererseits online mit der Aktion „World Nipple Liberation Day“.

Was ist der Gedanke hinter eurer „Fuck Your Gender“- Party?Muri Darida: Wir wollen die Berliner Clubszene nicht schwulen cis Männern und Heteros überlassen und einen Safer Space für Menschen mit Brust und Nippel kreieren: eine sexpositive Party, die keine Geschlechter und Körpertypen ausschließt. Der Gedanke ist: Wenn du andere Frauen siehst, die ihre Nippel zeigen, den Darkroom nutzen usw., ohne dafür verurteilt zu werden, dann fühlst du dich selbst freier, dies auch zu tun. Körperautonomie heißt auch: Es ist keine Pflicht, sich auszuziehen. Für Menschen, die gerade transitionieren, ist das nicht unbedingt leicht. Die Türsteher*innen geben den Gästen zu Beginn Briefings, damit alle das gleiche Verständnis davon haben, worum es uns geht.

Was wollt ihr mit dem „World Nipple Liberation Day“ erreichen? BC: Es soll eine Bewegung entstehen: Wir laden Menschen auf der ganzen Welt dazu ein, am 10. März ein Foto von ihren oder anderen Nippeln mit dem Hashtag #nippleliberationday zu posten. Wenn daraufhin Tausende Facebook-Nutzer*innen kurzfristig gesperrt sind, werden das Blogs und Magazine thematisieren, und Social-Media-Plattformen wie Facebook und Instagram werden unter Druck gesetzt, diese sexistische Policy zu überdenken. MD: Es ist eine sehr implizite Form der Gewalt, dass nicht-cis-männliche Körper zensiert werden. Darunter leiden vor allem sexpositive Menschen und Sexarbeiter*innen. Wir wollen die Willkürlichkeit dahinter entlarven: Der Nippel an einer Brust mit mehr Bindegewebe oder Silikon ist nicht akzeptabel, der gleiche Nippel an einer flachen Brust hingegen schon.

Wie sieht die Zukunft der Nipple Liberation Army aus? MD: Wir hören oft die Frage: „Wenn Frauen ihre Nippel zeigen dürfen, ist das Ziel dann erreicht?“ Nein, denn in puncto körperlicher Selbstbestimmung gibt es noch sehr viel mehr zu tun. Nicht alle Queers, die wir erreichen wollen, sind in der Clubszene oder auf Facebook. Überlegungen sind, ein queeres Festival zu organisieren oder ein Buch zum Thema zu veröffentlichen.

 

Fuck Your Gender, 09.03., UnterTage, 23:00

World Nipple Liberation Day, 10.03.

Mehr Infos auf:facebook.com/n1ppleliberation



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