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Drastische Mieterhöhung

Wie geht's für den Sonntags-Club weiter?

Der Berliner LGBTI-Verein Sonntags-Club muss 65 Prozent mehr Miete zahlen. Eine Crowdfunding-Kampagne soll helfen. Aber wird das reichen, um den Ort zu retten? Wir haben bei Projektleiter Stefan Mehnert nachgefragt

Stefan Mehnert © Barbara Dietl

05.04.19 – Schon seit 1973 gibt es den Sonntags-Club – Berliner Verein für Lesben, Schwule, Bisexuelle und trans* Personen mit Räumlichkeiten und einem eigenen Café in Prenzlauer Berg. Geboten werden dort unter anderem Kultur- und Bildungsevents sowie Beratungen auf Spendenbasis für LGBTI. Vor Kurzem erreichte uns die alarmierende Nachricht: Der Verein bekommt eine saftige Mieterhöhung und soll 65 Prozent mehr zahlen. Kosten, die die finanziellen Möglichkeiten des Veranstaltungszentrums maßlos übersteigen.

Eine im März gestartete Crowdfunding-Kampagne hatte nach 18 Tagen schon ihr Etappenziel erreicht. Wie ist die Lage jetzt? Wir sprachen mit Projektleiter Stefan Mehnert

Stefan, euer Verein muss für seine Räume bald erheblich mehr Miete zahlen. Was heißt das für euch? Eine Mieterhöhung von 65 Prozent ist ohne Frage happig. Konkret heißt das, wir zahlen jetzt zwölf Euro pro Quadratmeter. Andererseits muss ich auch sagen, dass der Vermieter damit in dem Spielraum bleibt, den er hat. Er hätte auch 16 oder 20 Euro verlangen können. Mit den zwölf Euro ist er wiederum an seine unterste Grenze gegangen. Das erkennen wir auch an.

Ihr werdet vom Senat gefördert. Die Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung trägt derzeit 60 Prozent der Miete. Wird sie auch die Mehrkosten übernehmen? Die Gespräche mit den politischen Vertreter*innen laufen. Eine Zusage können sie uns noch nicht geben, weil es darum geht, mit dem neuen Förderbetrag in den Landes-Doppelhaushalt 2020/21 reinzurutschen. Wir erleben seitens der Politik viel Verständnis und Unterstützung. Daher sind wir optimistisch, dass der Anteil von der Senatsverwaltung in den nächsten Jahren weiter gedeckt wird.

Auf eurer Website schreibt ihr, der Sonntags-Club braucht 7.854 Euro, um die Vereinsarbeit fortführen zu können. Wie kommt diese Summe zustande? Dieser Anteil entspricht den 40 Prozent, die wir als Träger von der Gesamtmiete selbst übernehmen.

Um euren Teil zu stemmen, habt ihr im März eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Sie läuft noch bis 29. Mai. Wie ist die Resonanz bisher? Die Kampagne ist sehr gut angelaufen! Wir haben nach 18 Tagen bereits den Betrag gehabt, der laut den Regeln der Crowdfunding-Plattform erreicht werden muss. Die Schnelligkeit der Erreichung der Zielsumme hat uns sehr überrascht, aber auch genauso gefreut. Hierfür möchten wir uns bei allen, die uns mit ihrer Spende unterstützt haben, bedanken. Aber alle, die den Sonntags-Club kennen wissen, dass wir an vielen Ecken Erneuerungsbedarf haben – deshalb ist weiterhin noch jede Spende wichtig. Auch ein eventueller Umzug ist mit vielen Kosten verbunden.

Steht denn ein Wechsel der Räumlichkeiten zur Debatte? Unser Mietvertrag geht über fünf Jahre. Wir haben aber die Option, den Vertrag am Ende dieses Jahres einseitig zu kündigen. Wir sind mit dem Bezirk wegen möglicher anderer Räume in Verhandlungen. Also auch einen Umzug schließen wir nicht aus.

Interview: Andreas Marschner

 

Link zur Crowdfunding-Kampagne

 

 



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