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Open Games gehen im Untergrund weiter

Sotschi ist gerade vorbei – nun versuchen die Behörden in Moskau, die queeren „Open Games“ zu unterbinden. Auch für das Berliner Team heißt es jetzt: Wir lassen uns nicht verbieten!

Was Tilda Swinton mit verbotener Homo-Propaganda in Form von Regenbogenfahne auf dem Roten Platz macht, das können Teile des Discover Football Teams mit SIEGESSÄULE und L-MAG! © Discover Football Team

UPDATE 14:00: Polizei räumt Eislauffläche der „Open Games”
Wie wir gerade aus Russland erfahren, hat in Moskau die Polizei eine Eislauffläche geräumt, auf der sich TeilnehmerInnen der Open Games für einen Wettkampf eingefunden hatten. Zuerst wurde ihnen die Benutzung einer ersten Eisfläche mit dem Argument „Schwierigkeiten mit einer Eismaschine” untersagt. Als die SportlerInnen daraufhin eine zweite Eisfläche aufsuchten, erschien die Polizei und untersagte die Benutzung. Die SpielerInnen mussten die Fläche räumen. Zu Gewalt oder Verhaftungen kam es aber nicht, sagt Sonja aus Berlin, die vor Ort ist. Die SportlerInnen stehen nun neben der Eisfläche und wollen den weiteren Verlauf abwarten.
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27.2. / 13:41 – Kämpfen für die „Open Games” in Moskau: Nachdem gestern zunächst alle Sportstätten und Feierlichkeiten und auch die Unterkünfte der ausländischen Gäste – darunter das Berliner Discover Football-Team – abgesagt wurden, entschieden sich die OrganisatorInnen spontan und unerschrocken, die Open Games eben im Untergrund stattfinden zu lassen. Auch für die Hostels, die in letzter Minute entschieden, den queeren SportlerInnen keine Unterkunft zu bieten, wurde schnell Ersatz gefunden, solidarisch und unkompliziert: So wohnt fast das ganze Berliner Fußball-Team nun gemeinsam mit einem Frauen-Basketball-Team aus Ekaterinenburg in einem Zimmer. Die Eröffnungsfeier wurde kurzfristig in den Moskauer Club Zawtra verlegt, wo zu später Stunde die Open Games dann eröffnet wurden. Nach Angaben der OrganisatorInnen sind nun 330 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus elf Ländern registriert. Ein Großteil von ihnen stand gestern noch ohne Unterkunft auf der Straße – angereist zu Spielen, die verhindert werden sollten (Bericht hier).
 

Guerilliataktik bei Sportstätten und Workshops

Da die meisten Veranstaltungsorte und Sportstätten der Games kurzfristig wegen angeblicher Benutzung von Seiten der Beörden abgesagt wurden, werden nun guerillaartig Treffen an Moskauer U-Bahnstationen anberaumt, um von dort aus an vor den Behörden geheim gehaltene Orte zu gehen. Um dort die Sportwettkämpfe und Workshops auszutragen. Dabei dürfen alle in allen Disziplinen teilnehmen – zum jetzigen Zeitpunkt sind beispielsweise Frauen unseres Discover Football-Teams in einem Eiskunstlauf-Workshop – unverhofft kommt eben oft!


Auch eine erste Medaille gab es nach Angaben der Discover-Football-Mädels bereits heute morgen für ein deutsches Team – im Tischtennis!


Die mutigen Open-Games-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer lassen sich den Spaß also nicht vermiesen und agieren unerschrocken im Untergrund. SIEGESSÄULE wird weiterhin über die Open Games und das weitere Schicksal des von uns unterstützen Berliner Discover-Football-Teams aus Moskau berichten.

Manuela Kay




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