Albert Ibokwe Khoza
Ritual, Liebesbrief und Abrechnung mit dem, was Museen nicht erzählen.
Welche Leben stecken in Museumsobjekten – und wer darf sie erzählen? Dear Museum! The Truth of the Matter it Seems Everything Was Better When We Were Not Telling the Truth ist weniger eine Performance als ein Eingriff: in die Ordnung des Museums, in seine Leerstellen, in das, was hinter Glas unsichtbar bleibt.

Entwickelt von Performancekünstler*in Albert Ibokwe Khoza (Südafrika), bewegt sich die Arbeit zwischen Liebesbrief und Abschied an die ethnologische Museumspraxis. Sie stellt Fragen, die selten gestellt werden: Wer wird erinnert, wer verschwindet – und was bleibt unausgesprochen?
Khoza arbeitet an der Schnittstelle von Spiritualität, Sexualität und überliefertem Wissen. Verschiebt dabei kontinuierlich die Grenzen von Identität, Körper und Ausdruck und offenbart immer wieder den Geisteszustand einer einsamen Figur – einer nicht-binären Person und Sangoma (traditionelle*r Heiler*in).

Dear Museum interessiert sich weniger für klare Antworten als für Spannungen: zwischen Sichtbarkeit und Entzug, Körper und Archiv, Intimität und Öffentlichkeit. Was bedeutet es, wenn Wissen nicht ausgestellt werden kann? Wenn Geschichten nicht zugänglich sind oder bewusst nicht zugänglich gemacht werden?
Nach The Black Circus of the Republic of Bantu entsteht mit Dear Museum! eine neue Perfrmance, die das Verhältnis von Institution, Körper und Erinnerung neu justiert – und dabei genau dorthin schaut, wo es unangenehm wird.

