Gastspielreihe PLAY im Chamäleon
Am 22. Januar startet das Chamäleon Theater in die dritte Edition seiner Gastspielreihe Play. Über einen Zeitraum von 4 Wochen präsentieren 9 Künstler*innen und Kompanien ihre ganz eigenen Interpretationen von Zeitgenössischem Zirkus. Unter anderem mit dabei: Die Performer*in und Forscher*in Elena Zanzu mit ihrem Stück EZ, mit dem Zanzu binäre Gegensätze wie Aktivität/Passivität, Dominanz/Unterwerfung, männlich/weiblich, Schmerz/Lust, Künstler*in/Publikum infrage stellt. Für die Solo-Performance nutzt Zanzu u.a. die Technik der Kopfaufhängung an Shibari-Seilen und erzeugt so kraftvolle, intensive Bilder und Assoziationsräume. EZ, das auf Baskisch „Nein“ bedeutet, ist für Zanzu eine Einladung zum „Ja“, das nur dann möglich ist, wenn ein Nein ebenso als Option existiert.

Außerdem zu Gast ist das Duo Raum 305, bestehend aus dem Trapezkünstler Moritz Haase und dem Puppenspieler Jarnoth, die zu Play 2026 mit HIER SOWIE DORT den dritten Teil ihrer Trilogie präsentieren. in diesem wortlosen Stück erkunden die beiden das Spannungsfeld von Kontrolle, Freiheit und Sehnsucht. Figuren- und Objekttheater treffen auf Luftakrobatik und Tanz: Es entsteht ein Kosmos zwischen Schwerkraft und Schweben, Mechanik und Emotion. Das Stück schafft eine Atmosphäre, die zugleich entrückt und intim wirkt. Eine skurrile und absurde Welt, die uns verdächtig vertraut erscheint.

Diese und sieben weitere Stücke laden ein zu einer Entdeckungsreise durch die Welt des Zeitgenössischen Zirkus. Viele der Arbeiten sind von erstaunlicher Tiefsinnigkeit, auch oder gerade weil Zirkus eine vornehmlich nonverbale, assoziative Kunstform ist. Sei es das Thema Altern wie im Stück Glorious Bodies, Herkunft und Zugehörigkeit in OMA, oder Verbundenheit in dunkelsten Zeiten wie in Palianytsia – die körperlichen Performances tragen die Erzählungen und laden ein zur persönlichen Interpretation.

Und wer Lust hat über das Gesehene zu reflektieren, hat dazu eine Fülle von Möglichkeiten: Von Q&As mit den Künstler*innen über Podiumsdiskussionen und partizipativen Feedbackrunden bis hin zum stückbegleitenden Workshop.
