INTERFILM: Von geteilten Ufern

Willkommen zum 42sten INTERFILM Festival!
Die Welt ist geteilt, das hören wir jeden Tag: in Wir und Die, in Hier und Drüben, in Ufer, zwischen denen kaum noch Brücken stehen. Doch wer genauer hinschaut, stellt fest, dass „geteilt“ nicht nur „getrennt“ heißen muss. In einer Zeit, in der uns Abgrenzung als Lösung verkauft wird und Kriege ganze Regionen in einen endlosen Schwebezustand versetzen, lädt die 42. Edition des INTERFILM Festivals dazu ein, die Grenze anders zu lesen: als geteilte Küste, als Ort der Übergänge, Aufbrüche und Begegnungen.

Unter dem Titel Shared Shores lassen wir Einseitigkeiten hinter uns, wagen uns ans andere Ufer und nehmen es beim Wort: Teilen kann trennen, und teilen kann verbinden. Vielleicht liegt gerade darin seine Kraft, denn wer teilt, erkennt an, dass es mehr als eine Seite gibt.

Unsere Programme folgen den Gezeiten von Widerstand und Erinnerung. Sie erzählen von denen, die an den Rand gedrängt werden und von dort über ihn hinauszublicken wagen. Wie wächst Solidarität zwischen entfremdeten Orten und Menschen? Und wie finden wir Verbindung nicht trotz, sondern wegen unserer Verschiedenheit?
INTERFILMs Kurzfilme sind mehr als Kunst, sie sind eine Einladung, Ambivalenzen und Widersprüche auszuhalten. Wagen wir den Blick über das eigene Ufer hinaus, um zu erkennen, dass jede Küste ihren eigenen Horizont hat, und treffen wir uns dort, wo das Trennende endet und das Verbindende beginnt!

Gegründet 1982 in den besetzten Häusern Kreuzbergs ist INTERFILM das älteste und größte Kurzfilmfestival der Hauptstadt und hat über 4 Jahrzehnte eine Strahlkraft entwickelt welche jährlich internationale Filmemacher*innen und lokale Filmfans gleichermaßen in die Kinos lockt.

Mehr als 350 Kurzfilme zeigen INTERFILM und sein Schwesterfestival KUKI – das junge Kurzfilmfestival Berlin jährlich in mehr als 50 Programmen, Workshops und Events. Dabei haben es sich beide Festivals zum Ziel gesetzt aktuelles politisches und gesellschaftliches Geschehen kuratosich zu reflektieren. Repräsentation, Reflektion und Empowerment stehen im Mittelpunkt von Programmen die Themen des postkolonialen Erbes, der gesellschaftlichen Teilhabe, globaler Ungerechtigkeit, sexueller und geschlechtlicher Selbstbestimmung sowie antikapitalistische Positionen verhandeln. Kurz: Bei INTERFILM & KUKI steht das zentrale Potential des Kurzfilms, seine Fähigkeit den brandaktuellen Zeitgeist zu reflektieren an erster Stelle.
