Max Liebermann zwischen Strategie und Kulturpolitik
Der Künstler in neuem Licht – Ausstellung in der Liebermann-Villa
Wer war Max Liebermann (1847–1935) außerhalb des Ateliers? Die Ausstellung „Alles für die Kunst! Max Liebermann zwischen Strategie und Kulturpolitik“, ab dem 7. Februar in der Liebermann-Villa am Wannsee, wirft erstmals ein Licht auf den Künstler als internationalen Netzwerker und entschlossenen Kulturpolitiker – ein Vordenker, der für seine Überzeugungen auch gegen Widerstände ankämpfte.

Heute gilt Max Liebermann als einer der bedeutendsten Künstler und Vorreiter der Moderne. Doch sein Aufstieg an die Spitze deutscher Künstlervereinigungen war steinig. Schon in jungen Jahren knüpfte Liebermann Kontakte nach Frankreich, in die Niederlande und nach England, um sich in den europäischen Kunstzentren zu etablieren. Seine Motive stießen zunächst auf Kritik und Ablehnung, die Anerkennung blieb lange aus. Erst Schritt für Schritt setzte er sich auch in seiner Geburtsstadt Berlin durch.

Um 1900 wurde Liebermann zu einer Schlüsselfigur der Berliner Moderne. Als führendes Mitglied der Berliner Secession, die sich gegen das konservative Kunstverständnis der Zeit wandte, brachte er Werke von Künstlern wie Monet, Rodin oder van Gogh nach Berlin. Zugleich öffnete er Ausstellungen gezielt für junge Talente und Künstlerinnen wie Käthe Kollwitz. Auch in seinen späteren Jahren, während seiner Zeit als Präsident der Preußischen Akademie der Künste, blieb Liebermann seinem Anspruch für de Kunstfreiheit treu: Er setzte sich sogar gegen die Justiz durch und verteidigte Künstler wie Heinrich Zille, deren Werke in der Öffentlichkeit höchst umstritten waren.

„Alles für die Kunst!“ erzählt die vielseitigen Geschichten anhand von Gemälden, Fotografien und Archivalien, die Liebermanns ambivalenten Karriereweg umgeben. Die Ausstellung macht sichtbar, wie Max Liebermann das Kunstsystem in turbulenten Zeiten politischer Umbrüche nachhaltig prägte – und warum sein engagierter Einsatz für die künstlerische Freiheit bis heute aktuell ist.
