MEDIEN

Überfall-Travestie im Flamingo-Gehege

19. Sept. 2014
Jurassica mit Video-Gespielinnen, aber ohne Tiere (c) Jurassica Parka

Multimedia-Transe Jurassica Parka hat Ärger mit dem Freizeitparkgiganten Center Parcs. Biggy van Blond besuchte das langbeinige It-Girl um herauszufinden, was da los war

Wenn Dragqueens zu viel filmen, kann das schon mal schlechten Einfluss auf andere haben. Also fragte unsere Reporterin Biggy van Blond mal nach, was bisher geschah.

Sag mal, Jurassica – was zum Teufel hast du jetzt schon wieder angestellt? Hach schlimm! Ich war diesen Sommer mit vier Transenkolleginnen auf so einem Homo-Event in den Center Parcs Bispinger Heide gebucht. Da hab ich natürlich auch für meinen YouTube-Kanal schöne, hysterische Videos gedreht – auf Wunsch der Veranstalter! Die finden die Videos auch total witzig. Aber die Center Parcs-Leute so gar nicht – „Zuviel Penis, zuviel nackt!“ Und dann schalteten sich auch noch Tierschützer ein! Angeblich habe ich Ziegen misshandelt … 

Ziegen? Ich hab so getan, als ob ich auf einer Ziege im Streichelzoo reite.

Was hast du dir bloß dabei gedacht? Na nichts, wie immer! Wenn ich im Fummel vor der Kamera stehe, bin ich einfach stark angeknipst und praktiziere Überfalltravestie! Und zu den Penis-Vorwürfen: Wir waren fünf Transen in einem Park voller halb bekleideter Schwuler! Und dann gab's auch einiges an Sektchen. Hallo? Da fällt so ein Griff an den Penis doch relativ leicht! Wir wohnten da in so ’nem Hausboot, da gab es dann auch Aufnahmen, wo ein Mann an das Boot pinkelt … Aber alles total schnell geschnitten! Wenn man beim Zugucken ein bisschen zwinkert, nimmt man das gar nicht wahr.

Und jetzt? Nun, zuerst sollte ich den Begriff „Center Parcs“ aus allen Titeln, beschreibenden Texten und Tags rausnehmen. Hab ich auch gemacht. Wohlgemerkt liefen die Videos ja auf YouTube, waren also jugendfrei! Na ja, dummerweise hatte ich in den Videos auch oft „Center Parcs“ gesagt, irgendwann setze der Rotstift also dann am gesamten Video an. Blabla!

Es gibt nicht wenige, die das für eine homo- bzw. transphobe Aktion halten ... Sagen wir mal so: Hätte ich Videos mit Elfen, Einhörnern und der klassischen deutschen Familie gedreht … Dass die Clips nicht in deren Portfolio passen, versteh ich. Aber natürlich stecken da riesige Stöcke in sehr engen Ärschen und ich sehe da schon eine gewisse Angst vor den „schrillen Schwulen“. Aber ganz ehrlich: Dann sollen die so ein Homo-Event eben nicht in ihre Parks lassen! Wenn die wüssten, was in den Bungalows so alles passiert ist – die armen Kinder, die jetzt in diesen Betten schlafen müssen …

Kamen denn bei dem Dreh Kinder oder Eltern zu Schaden? Nein! Familien hatten an diesem Wochenende keinen Zutritt – es war ja ein Homo-Event! Sehr angenehm. Die hatten da aber so eine Wasserlandschaft, da liefen echte Flamingos rum, und wir haben uns die Stöckel ausgezogen und haben die Flamingos ein bisschen gejagt. Meine Güte! So ein Flamingo muss auch mal beide Beine in die Hand nehmen. Und sonst haben wir mit Schildkröten geworfen und eben die Ziegen geschändet. Nichts, was dir nicht auch jedes Wochenende im Berghain passiert, Biggy!

Du bist ein Monster! Ich hoffe, dass mein Steckbrief in jedem Center Parc Europas aushängt!

Die Fragen stellte Biggy van Blond (li.) (c) Alexander Gehring