Szene

Berliner Plakataktion: Travestie für Deutschland

31. Aug. 2016
© Felix Grimm

„Mut zur Travestie“ und „Sag Nein zum Fremdenhass!“ fordern mehrere Wahlplakate, die zur Zeit in Neukölln zu sehen sind

Wählen kann man die „TfD - Travestie für Deutschland“ am 18. September in Berlin zwar nicht, aber ihre Wahlplakate sind bereits in Neukölln auf der Straße, in einigen Bars und Clubs zu sehen. Darauf abgebildet ist SchwuZ-Transe Jacky-Oh Weinhaus, die u. a. fordert die Kirche im Dorf zu lassen und dafür die Transe im Kiez oder „Mehr Fummel für Transen statt Nadelstreifenanzüge für Nazis!". Hinter der Idee stecken neben Jacky auch Felix Grimm, Fotograf und Macher der Magazinserie „Out“, der Autor Alexander Winter und Matthias Panitz, Junior Art Director bei Bruno Gmünder. Es gibt zur Zeit drei Plakatmotive, die Jacky mit jeweils einem anderen Spruch zeigen. Wir haben sie um ein Statement gebeten, um zu erfahren, was mit der Plakataktion eigentlich erreicht werden soll:

„Wir wollen, dass die Berliner ihr Hirn benutzen und darüber nachdenken, was politische Entscheidungen, d.h. Wahlen, bewirken können bzw. wo es hinführt, wenn man diese braune Scheiße wählt. Das Umgreifen der Rechtspopulisten ist unserer Ansicht nach nicht nur gefährlich und gesellschaftlich fahrlässig, sondern zudem völlig unterschätzt. Was an antihumanistischem Gift, im Besonderen: islamfeindlichen, lgbtqi*-feindlichen, frauenfeindlichen Gedanken im Umlauf ist, ist erschreckend. Und dabei sprechen wir noch nicht mal über das widersinnige Politprogramm der AfD oder die ,Lügenpresse'-Parolen der Pegida. Es ist vielmehr die gesamte Stimmungsmache und Hetze, gegen die wir etwas tun wollen. Wir wollen gegen die Angstmacherei ankämpfen, die alles infrage stellt, was anders ist – Flüchtlinge, Schwule, Alleinerziehende oder sogar Energiewende-Befürworter. Ich will nicht in einem Land leben, in dem eine rechte Gesinnung die Oberhand gewinnt – sei es mit Hakenkreuzfahnen, in Nadelstreifenanzügen oder mit alternativen Vorschlägen, die weder alternativ sind, noch konstruktiv, sondern allenfalls hetzerisch, menschenfeindlich und gemein."

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