Eltern werden: die „Kinderwunsch Tage“
„Kinderwunsch Tage“ heißt die deutschlandweit erste Publikumsmesse für alternative Familiengründung. Zwei Tage lang können sich hier Menschen, die Eltern werden wollen, informieren und beraten lassen – auch auf die speziellen Bedürfnisse von homosexuellen Paaren mit Kinderwunsch wird hier eingegangen
Das Thema Kinderwunsch ist ein heikles. Schnell stößt man an rechtliche, aber auch ethische Grenzen, wenn sich der Kindersegen nicht problemlos einstellt – egal ob es medizinische Gründe sind oder einfach der Partner des anderen Geschlechts fehlt. Diese Gemengelage wird schon für Heteropaare schnell unübersichtlich, für Singles oder homosexuelle Paare mit Kinderwunsch ist es oft noch komplizierter. Erstmals in Deutschland gibt es nun eine Messe, die Informationen zu diesem Thema bündelt. Zu den Ausstellern gehören Kinderwunschpraxen und heilpraktische Angebote in Deutschland ebenso wie Samenbanken hier und im europäischen Ausland. Auch ein Zentrum für Reproduktionsmedizin in den USA informiert über seine Arbeit. „Da die rechtliche Situation in Deutschland unklar ist, ob bei lesbischen Frauen inseminiert werden darf, entscheiden sich viele Samenbanken und Reproduktionskliniken dagegen“, erklärt der Organisator David McAllister die Entscheidung vieler lesbischer Frauen, im Ausland Hilfe zu suchen. „Dennoch machen sich Ärzte in Deutschland nicht strafbar, wenn sie eine lesbische Frau bei der Insemination mit Spendersamen unterstützen. Es gibt einige Kliniken und Samenbanken in Deutschland, die gleichgeschlechtliche Paare behandeln.“
Die „Kinderwunsch Tage“ sollen zum Wegweiser werden in einem Dickicht aus Gesetzen, das nicht immer leicht zu durchschauen ist. Wie zum Beispiel beim Thema Leihmutterschaft: In Deutschland verboten und nicht zu Unrecht umstritten ist sie in vielen Ländern gängige Praxis.Natürlich geht es auch weniger aufwendig und kostspielig: So macht McAllister unter anderem auf die Bechermethode aufmerksam, bei der der Spendersamen ohne ärztliche Hilfe eingeführt wird. Passend dazu gibt es unter den über 60 Vorträgen zum Beispiel einen zum Thema „Bekannte Spender und Ko-Elternschaft“ von Erika Tranfield aus England. Sie betreibt eine Webseite, auf der sich potenzielle Ko-Eltern kennenlernen und vernetzen können. Neben der Information zu verschiedenen Angeboten soll es bei den „Kinderwunsch Tagen“ auch die Möglichkeit geben, sich unter Betroffenen auszutauschen.
Kinderwunsch Tage, 18.–19.02., 10:00–17:00, Mercure Hotel Moa Berlin, kinderwunsch-tage.de
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