Folsom

Boar! Neue queere Sex- und Danceparty für alle

31. Aug. 2018
© Elias Johansson

Am 8. September, während des Folsom Europe Wochenendes, findet zum ersten Mal die Party „Boar“ statt, die alle Gender und sexuellen Orientierungen zu Cruising, Fetisch und Tanz einlädt

Fetisch- und Sexevents gibt es am Wochenende der Folsom Europe viele. Die meisten richten sich aber explizit an bestimmte Gender und Orientierungen – größtenteils an schwule cis Männer. „Wir dagegen sind eine sehr diverse Gruppe”, betont Julian Curico, Mitglied im Orgateam der neuen Party Boar, die am 8. September, mitten im schönsten Folsom-Treiben, zum ersten Mal steigen wird. „Wir sind Sex-Arbeitende und deren Verbündete, PoC, trans* Menschen, nicht-binäre Personen, Schwule und Lesben, Queers, Kinks, und so weiter. Mit unserer Party möchten wir ein genauso diverses Publikum erreichen.”

Boar wird ein spannendes Set an DJs vorstellen, darunter etwa Tami T, Dirty Daddy Don oder Femanyst. Auf dem Hauptfloor wird Deep Hard Techno gespielt, auf dem zweiten Dancefloor House. Zu den Hauptattraktionen werden aber sicherlich die unterschiedlichen Sexareas zählen. „Gleich zu Beginn betritt man einen Hof mit einem Fetisch-Markt”, beschreibt Julian. „Verschiedene kleine Berliner Labels werden dort ihre Fetisch-Klamotten und Sexspielzeuge vorstellen. Dort findet man dann auch die erste Chill-Out Area mit Pornovideos. Besuchende haben die Möglichkeit, uns im Vorfeld ihre selbst erstellten Pornofilme zu schicken, damit diese Teil der Party werden.” Im Erdgeschoss, im ersten Obergeschoss und im Dachgeschoss wird es jeweils eine Play Area mit auch ein paar Dark Rooms geben. „Die Leute können hier zum Beispiel an einer kleinen Orgie teilnehmen oder sich eher privat zurückziehen,” sagt Julian. Abgerundet wird das Angebot durch BDSM- oder Kunsteinlagen, u. a. eine Performance von Progressive Genitalia.

Mehr über Frauenfeindlichkeit und Trans* phobie auf Sexparties reden

Das Konzept der mixed-Gender Sexparty ist nicht neu und scheint auch immer populärer zu werden. Dennoch machen sich diese Events im Vergleich zu exklusiven Sexpartys in Berlin noch relativ rar. „Es gibt ein großes Bedürfnis nach diesen gemischten Partys”, meint Julian. „Ich verstehe nicht, warum viele Clubs ihre Veranstaltungen so exklusiv machen. Ich könnte mir vorstellen, dass manche denken, Heteronormative würden sich diese Clubs aneignen, sobald sie ihre Räume für alle öffnen. Aber es gibt sicherlich auch Frauenfeindlichkeit und Trans*phobie in schwulen Räumen. Darüber müssen wir mehr reden.” Jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit werde auf der Boar nicht geduldet. Auch Konsens bei Sex und Berührungen gehöre laut Julian zu den Grundprinzipien der Party. „Wir werden keine Belästigung tolerieren. Wer dies auf unserer Party erlebt, kann sich jederzeit an das Team wenden und wir werden uns darum kümmern.”

Jeff Mannes

SIEGESSÄULE präsentiert: Boar. 08.09., 23:00, Chalet. Mixed-gender Fetisch- Cruising und Danceparty