Musik

Popstar Kim Petras: „Ich bin stolz, trans zu sein“

28. Jan. 2020 Karl Keun
Kim Petras © Thom Kerr

Kim Petras gilt als neue „Prinzessin des Pop“, die durch Spotify-Hits wie „Heart to Break“ bekannt wurde. Am 29.01.2020 tritt sie in Berlin auf

Die deutsche Künstlerin Kim Petras ist dabei, eine international gefeierte Popdiva zu werden. Mit zwei Alben – ihr Debüt „Clarity“ und die von Halloween inspirierte Platte „Turn Off the Light“ – nahm die Karriere der trans Frau 2019 insbesondere in den USA ordentlich Fahrt auf. In Deutschland kennt man sie immer noch eher wegen ihrer Fernsehauftritte, als sie als Teenager in Formaten wie SternTV über ihre Transition sprach. Am 29.01. gibt sie ein Konzert im Berliner Metropol

Kim, hast du eine Beziehung zu Berlin und zur Clubkultur dieser Stadt? Ich hab schon einige wilde Partynächte in Berlin erlebt und hab Freunde hier. Ich freu mich also sehr, hier wieder feiern zu können und eine krasse Show abzuliefern.

Bei aller Poppigkeit haben deine Songs immer auch eine düstere und dramatische Note – und das nicht nur, weil eines deiner Alben sich mit dem Thema Halloween befasst. Hast du eine Affinität zur Dunkelheit? Ich liebe sie! Dark Pop mag ich ganz besonders. Ich bin ein großer Fan von Marilyn Manson und Depeche Mode. Ich mag auch The Killers und Muse. Und ich liebe es einfach, diese Seite von mir mit großen Pop-Hooks zu kombinieren. Ich schaue auch die ganze Zeit Horrorfilme, davon kann ich einfach nicht genug kriegen.

Es ist dir verständlicherweise sehr wichtig, nicht mehr primär über deine trans Identität definiert zu werden, sondern über deine Musik. Heißt das im Umkehrschluss, dass dir trans* Themen und der Schulterschluss zur LGBTI*-Community nicht mehr so wichtig sind? Zu Beginn meiner Karriere war das echt hart. Die Leute wurden immer sauer, wenn ich darüber geredet habe – und wenn ich nicht genug darüber geredet habe, war es auch nicht richtig. Menschen hatten einfach immer diese Idee im Kopf, wie ich zu sein habe. Jetzt ist es mir einfach egal. Macht doch, regt euch auf! Ich bin trans, ich bin stolz, trans zu sein, und ich bin eine Songwriterin. Und zwar eine ziemlich gute, wie ich finde.

In den USA bist du nicht nur sehr erfolgreich im Mainstream, sondern auch ein queerer Popstar. Hier in Deutschland ist da noch etwas Luft nach oben. Woran könnte das liegen? Ich wusste von Anfang an, dass ich nach Amerika muss und dort hat meine Fanbase quasi schon gewartet. Deutschland hat mich nie so wirklich verstanden. Das werden sie aber sicher bald. Ich liebe meine deutschen Fans!

Kim Petras,
29.01.2020, 20:00,
Metropol