Ansprechperson Queeres Berlin

Alfonso Pantisano wird Berlins erster Queer-Beauftragter

11. Juli 2023 as
Bild: privat

Der Berliner Senat hat am Dienstag, den 11. Juli, Alfonso Pantisano zur Ansprechperson Queeres Berlin für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt ernannt

Die Schaffung dieser Stelle war in dem Ende April unterzeichneten Koalitionsvertrag von CDU und SPD festgelegt worden. Laut Pressemitteilung des Senats gehöre dies zu seinen Kernvorhaben. Damit erhalte Berlin eine Ansprechperson für die queeren Communitys der Stadt, wie sie mit dem Queerbeauftragen Sven Lehmann (Grüne) auf Bundesebene sowie zum Teil auch auf Berliner Bezirksebene existiert. Die Besetzung dieser auf Repräsentationsfunktionen und Öffentlichkeitsarbeit ausgerichteten Stelle sei nun symbolträchtig zum Lesbisch-schwulen Stadtfest am 15./16. Juli und zum CSD am 22. Juli erfolgt.

SPD-Politiker Alfonso Pantisano war u. a. Landesvorsitzender der SPDqueer und Referent von SPD-Chefin Saskia Esken. Zu seinen neuen Aufgaben gehören konkret „die Einrichtung und Leitung eines regelmäßig stattfindenden Runden Tisches mit den queeren Communitys, die Einrichtung eines landesweiten Runden Tisches zu Gewalt gegenüber queeren Menschen, die Prüfung und Umsetzung des Regenbogenhauses als Community Center, die Etablierung des 14. Mai als Magnus-Hirschfeld-Tag, die Bewerbung der fachpolitischen Vorhaben des Senats auf Bezirksebene, die Einrichtung eines Runden Tisches mit den queerbeauftragten Personen der Bezirke sowie Steuerung des Aufbaus und der Umsetzung von LSBTIQ+ Strukturen auf bezirklicher Ebene.“

Pantisano betonte in der Pressemitteilung, dass ein Schwerpunkt seiner Arbeit darauf lege, „queere Menschen vor Gewalt und Ablehnung zu schützen, die sie auch im Jahr 2023 in Berlin täglich im öffentlichen wie auch im privaten Raum erleben müssen.“

Dgti: Pantisano ist Ally der trans* Community

Jenny Wilken von der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e. V. (dgti) begrüßte es sehr, dass Alfonso Pantisano die Stelle als Queer-Beauftragter des Landes Berlin antritt. Wilken sprach von einem historischen Moment: „Mit Alfonso Pantisano hat die Community eine starke, laute und gewichtige Stimme in der Berliner Landesregierung. Als Ally der trans* Community ist Alfonso uns schon länger ein starker Partner, mit dem wir stets auf Augenhöhe kommunizieren.“

Wilken betonte, dass sich Alfonso immer wieder gegen Hassgewalt und Anfeindungen stelle, insbesondere auch die, die sie als trans*, inter* und nichtbinäre Menschen erleiden. „Wir sind froh, dass er unsere Interessen künftig mit in der Berliner Landespolitik vertritt, und freuen uns auf die weitere, gute Zusammenarbeit.“

Keine öffentliche Ausschreibung

Kritisch sehe man allerdings, dass die Stelle vom Berliner Senat ohne öffentliche Ausschreibung geschaffen wurde, wie es von der queeren Community gefordert wurde. Hier erwarte man sich künftig eine transparentere Arbeit des Senats. Die Stelle brauche zudem Kompetenzen und Handlungsfähigkeit. Man sei gespannt, wie der Senat dies ermöglichen wolle.

Die Linke.queer hatte bereits nach Veröffentlichung des Koalitionsvertrages gefordert, dass die Stelle „aus marginalisierten Communitys heraus in einem transparenten Verfahren rekrutiert“ werden solle, um sich unabhängig für deren Interessen einzusetzen.

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