Internationale Filmfestspiele

Alle queeren Filme der 70. Berlinale!

7. Feb. 2020
„Always Amber" © Story AB / Berlinale 2020

Welche queeren Filme ihr auf der diesjährigen Berlinale sehen könnt, erfahrt ihr bei uns

Am 20. Februar startet die 70. Berlinale. Diesmal unter neuer Leitung: Mariette Rissenbeck und Carlo Chatrian ersetzen im Jubiläumsjahr den langjährigen Festivaldirektor Dieter Kosslick.

Gegenüber SIEGESSÄULE erklärten sie: „Queere Themen spielen schon lange eine wichtige Rolle beim Festival. Als neue Leiter*innen der Berlinale werden wir dieses Engagement auch in Zukunft unterstützen. Zum 70. Jubiläum wird es wieder zahlreiche Filme zu queeren Themen geben, dies spiegelt sich in allen Sektionen des Festivals und dem Wettbewerb wider.“

Der Ticket-Vorverkauf beginnt am Montag, den 17. Februar um 10:00 Uhr. Am selben Tag stellt euch Michael Stütz, Leiter der Panorama-Sektion, bei MonGay das queere Programm vor. Der 34. Teddy Award, der offizielle queere Filmpreis des Festivals, wird am 28. Februar in der Volksbühne vergeben.

Welche queeren Spielfilme und Dokumentationen ihr sehen könnt, findet ihr hier im Überblick! Beim Klick auf den Filmtitel werdet ihr auf die Seite der Berlinale weitergeleitet, wo ihr die Spielzeiten des jeweiligen Films erfahrt

Alice Júnior
von Gil Baroni, Brasilien 2019
In der brasilianischen Komödie geht es um die junge Alice. Sie ist trans und leidenschaftliche YouTuberin. Als sie mit ihrem Vater aus der Großstadt in ein kleines konservatives Städtchen im Süden zieht, wird sie an der neuen Schule gemobbt. Doch selbstbewusst stellt sie sich dem entgegen.

Always Amber
von Lia Hietala, Hannah Reinikainen, Schweden 2020
Über drei Jahre hinweg verfolgt diese Dokumentation die Transition zweier Freund*innen.

Automotive
von Jonas Heldt, Deutschland 2020
Dokumentation über zwei Frauen in der Automobilindustrie, deren Arbeit nach und nach durch den technischen Fortschritt ersetzt wird: Sedanur sortiert Autoteile, während Eva, die davon träumt, mit ihrer Freundin auszuwandern, nach Fachkräften im Bereich Logistik sucht.

Charlatan
von Agnieszka Holland, Tschechien/Irland/Polen/Slovakei 2020
Das historische Drama der polnischen Regisseurin Agnieszka Holland („Hitlerjunge Salomon“, „Der geheime Garten“) basiert auf dem Leben des tschechischen Heilers Jan Mikolášek (1879 – 1973). Thematisiert wird dabei auch eine Liebesaffäre mit seinem Assistenten.

Die letzte Stadt (The Last City)
von Heinz Emigholz, Deutschland 2020
Der Film besteht vor allem aus Dialogen in verschiedenen Städten wie Berlin, Hongkong oder Athen. Er zeigt Gespräche zwischen Personen mit unterschiedlichen Identitäten und Hintergründen (darunter auch schwule Identität), die jedoch um ähnliche Themenkomplexe kreisen: gesellschaftliche Tabus, Generationskonflikte und Traumata.

Dispatches from Elsewhere
von Jason Segel, Wendey Stanzler, USA 2019
Aus der Sektion „Berlinale Series": Diese Serie erzählt in mehreren Episoden von verschiedenen Personen, die hinter das Geheimnis eines rätselhaften Instituts zu kommen versuchen. Mit trans* Darstellerin Eve Lindley, die auch einen trans* Charakter spielt.

Futur Drei (No Hard Feelings)
von Faraz Shariat, Deutschland 2020
Das autobiografische Langfilmdebut des Kölners Faraz Shariat handelt von deinem Deutschen iranischer Herkunft, und beschreibt dessen Alltag zwischen Clubbing und Grindr-Dates. Bei der Ableistung von Sozialstunden in einer Unterkunft für Geflüchtete verliebt er sich in Amon, der mit seiner Schwester Banafshe Arezu aus dem Iran geflüchtet ist.

Kød & Blod (Wildland)
von Jeanette Nordahl, Dänemark 2020
Nach dem Unfalltod ihrer Mutter lebt die 17-jährige Ida bei ihrer Tante und ihren drei Cousins, die allerdings in kriminelle Machenschaften verstrickt sind. Der Film erzählt von einer ungewöhnlichen Familie, von der Liebe und der Vielschichtigkeit des Begehrens.

Kokon
von Leonie Krippendorff, Deutschland 2020
In der Sektion „Generation“ läuft der zweite Langfilm der Berliner Regisseurin Leonie Krippendorff über die erste lesbische Liebe einer 14-jährigen Kreuzbergerin.

La casa dell’amore (The House of Love)
von Luca Ferri, Italien 2020
Doku über die trans* Sexarbeiter*in Bianca Dolce Miele, die ausschließlich in deren Wohnung in Mailand inszeniert wurde.

Las mil y una (One in a Thousand)
von Clarisa Navas, Argentinien / Deutschland 2020
Lesbische Romanze aus Argentinien, in der die Liebe zweier Frauen auf eine feindselige Umgebung trifft: Iris und Renata verlieben sich ineinander. Doch in der heruntergekommenen Siedlung, in der sie wohnen, werden Gerüchte aus Renatas Vergangenheit laut.

Meu nome é Bagdá (My name is Baghdad)
Von Caru Alves de Souza, Brasilien 2020
In Sao Paulo spielendes Coming-of-Age-Drama um das Mädchen Bagda, in dem auch Gewalt, Sexismus und Diskriminierung thematisiert werden.

Minyan
von Eric Steel, USA 2020
Porträt eines schwulen jüdischen Jugendlichen im New York der 80er-Jahre: Der 17-jährige David ist hin- und hergerissen zwischen den strengen Regeln seiner religiösen Gemeinschaft und seinem homosexuellen Begehren.

Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt
von Rosa von Praunheim, Deutschland 1971
Zum Berlinale-Jubiläum wird Praunheims Klassiker mit den Textbeiträgen von Martin Dannecker noch einmal gezeigt.

Paris Calligrammes
von Ulrike Ottinger, Deutschland, Frankreich 2019
Zu den wichtigsten queeren Regisseur*innen Deutschlands gehört Ulrike Ottinger („Freak Orlando“, „Dorian Gray im Spiegel der Boulevardpresse“). In ihrem neuen dokumentarischen Essayfilm spürt sie aus persönlicher Perspektive ihren Erinnerungen an Paris und an die politischen Umbrüche und Utopien der Stadt nach.

Petite fille (Little Girl)
von Sébastien Lifshitz, Frankreich 2020
Dokumentarisches Porträt der achtjährigen Sasha, die ihre Geschlechtsidentität in Frage stellt.

Rizi (Days)
von Tsai Ming-Liang, Taiwan 2019
Der queere Hoffnungsträger für den Goldenen Bären ist der neue Film des schwulen taiwanesischen Regisseurs Tsai Ming-liang („Goodbye Dragon Inn“, „Das Fleisch der Wassermelone“): Erzählt wird von der erotischen Begegnung zweier Männer aus unterschiedlichen sozialen Schichten.

Schwesterlein (My Little Sister)
von Stéphanie Chuat, Veronique Reymond, Schweiz 2020
Ebenfalls im Wettbewerb der Berlinale, und auch im Rahmen des Teddy Award läuft „Schwesterlein“ mit Lars Eidinger und Nina Hoss. Allerdings geht es hier nicht vordergründig um Homosexualität, sondern um eine Geschwisterbeziehung: Lisas Zwillingsbruder Sven, Starschauspieler an der Schaubühne in Berlin, erkrankt an Leukämie. Als sein Zustand sich verschlechtert, nimmt sie ihn mit in die Schweiz, in der Hoffnung, dass er dort geheilt werden kann.

Sex
von Amalie Næsby Fick, Dänemark 2020
Sechsteilige Serie mit kurzen, gerade einmal um die zwölf Minuten dauernden Episoden: Cathrine ist in einer Beziehung mit ihrem Freund Simon. Doch nach einem Kuss mit ihrer Kollegin Selma sehnt sie sich nach mehr.

Shirley
von Josephine Decker, USA 2020
Die Horrorautorin Shirley Jackson und ihr Ehemann nehmen einen Doktoranden und dessen schwangere Frau bei sich zu Hause auf. Doch die eigenwillige Shirley, die den Figuren in ihren Romanen nicht so unähnlich ist, wittert in der Situation auch den Stoff für ein neues Buch, was für die Beziehung des jungen Paares zunehmend gefährlicher wird. Psychologisches Drama mit queeren Bezügen!

Si c’était de l’amour (If It Were Love)
von Patric Chiha, Frankreich 2020
Doku über Gisèle Vienne’s Technorave-Tanzstück „Crowd”. Zu den Charakteren des Stückes gehört u. a. ein trans Junge und ein Nazi, der einen schwulen Jungen begehrt.

Suk Suk
von Ray Yeung, Hongkong / China 2019
Drama über eine schwule Liebesgeschichte zwischen älteren Männern: Der Hongkonger Taxifahrer Pak ist Großvater. Auf der Suche nach anonymem Sex begegnet er Hoi, der geschieden, schon pensioniert und ebenfalls Großvater ist. Zwischen beiden entwickelt sich eine leidenschaftliche Liebe.

The Twentieth Century
von Matthew Rankin, Kanada 2019
Satirisches Fantasie-Biopic über den einflussreichen kanadischen Premierminister William Lyon Mackenzie King, das an den Stil der surrealistischen, queeren Filme von Guy Maddin und auch ihre „Gender-Bender“-Figuren angelehnt ist. Dabei geht es um den Weg des jungen Mackenzie King zur Macht, begleitet von einer autoritären Mutter, ödipalen Konflikten und Anti-Onanie-Therapien.

Trigonometry
von Athina Rachel Tsangari, Stella Corradi, UK 2020
Achtteilige englische Serie über eine Dreiecksbeziehung zwischen einem Rettungssanitäter, einer Café-Besitzerin und einer ehemaligen Synchronschwimmerin.

Vento Seco (Dry Wind)
von Daniel Nolasco, Brasilien 2020
Nach seiner Doku „Mr. Leather“ über die BDSM-Community in Sao Paulo legt Daniel Nolasco mit „Vento Seco“ seinen ersten Spielfilm vor, der ebenfalls eine Vorliebe für Menschen in Lack und Leder zeigt: Sandro führt eine sexuelle Beziehung mit seinem Kollegen Ricardo. Als der mit einem absoluten Traummann anbandelt, wird Sandro von Eifersucht geplagt. Mit expliziten Sexszenen.

Vil, má (Divinely Evil)
von Gustavo Vinagre, Brasilien 2019
Doku über die 74-jährige Wilma Azevedo, die in Brasilien als die „Königin der sadomasochistischen Literatur“ gilt.

Welcome to Chechnya
von David France, USA 2020
Die Dokumentation zeigt die bedrohliche Menschenrechtslage von LGBTI*-Personen in Tschetschenien, wo, von den Behörden angeordnet, homosexuelle und queere Menschen eingesperrt, gefoltert und umgebracht werden. Bei einer anschließenden Podiumsdiskussion wird ein Protagonist des Films anwesend sein, um über seine Fluchtgeschichte zu erzählen.

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