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26.01.–04.02.

CTM Festival feiert 25-jähriges Jubiläum unter dem Motto „Sustain“

16. Jan. 2024 Markus von Schwerin
Bild: Ashanti Mutinta & Méchant Vaporware inc. 2021
Die kanadische Rapperin Backxwash

Für seine 26. Ausgabe hat das CTM Festival mit „Sustain“ ein besonders mehrdeutiges Motto gewählt und einige der interessantesten queeren Acts im Bereich Klangkunst, Postrock und Metal-beeinflusster Electronica eingeladen

„Für eine unabhängige Initiative, die sich experimentellen und randstelligen Musik- und Kunstformen verschrieben hat, ist es an sich schon eine Leistung, ein Vierteljahrhundert lang durchgehalten zu haben.“ Schon im ersten Satz der diesjährigen Presseerklärung kommt eine der vielen Verwendungsformen der 2024er-Motto-Vokabel „sustain“ zur Anwendung. Und für ihr Durchhaltevermögen (vor allem in den Jahren 2021/2022), aber auch für ihre Offenheit für Newcomer*innen und genreübergreifende Experimente können sich die Macher*innen des 1999 ins Leben gerufenen Parallelfestivals zur „transmediale“ durchaus auf die eigenen Schultern klopfen.

Nicht zuletzt im selbstverständlichen Fördern von internationalen LGBTIQ*-Künstler*innen hat sich das CTM all die Jahre als „sustainable partner“ erwiesen und auch in der 26. Ausgabe treffen an unterschiedlichen Spielorten Stammgäste auf erstmals Geladene.

Zu Ersteren gehört AM Kanngieser, nicht binäre*r Geograf*in, Klimaforscher*in und Radiokunstgestalter*in, der*die in diesem Jahr mit der Autorin Merewalesi Nailatikau die multisensorische Installation „Oceanic Refractions“ initiiert hat, deren Vernissage am CTM-Eröffnungsabend am 26.01. um 18:00 Uhr in der Kuppelhalle des Kulturquartiers silent green stattfindet. Am selben Abend wird in der „Opening Night“ im Berghain-Hauptgebäude die chilenische trans Frau Domingæ Garcia-Huidobro mit ihrem Electro-Kraut-Projekt Föllakzoid in Erinnerung rufen, dass es sich auch zu Spacerock-Gewittern bestens verausgaben lässt.

In puncto Lärmattacken legt die aus den Philippinen stammende Teya Logos bei ihrem DJ-Set im benachbarten „Säule“ (als Teil des Berghain) sicher noch eine Schippe drauf – was eine gute Einstimmung für das nicht minder herausfordernde Heavy Listening des Backxwash-Auftritts am 01.02. im Berghain sein dürfte. Denn die aus Sambia stammende (und seit ihrer Jugend in Montreal lebende) trans Frau Ashanti Mutinta verhackstückt nicht nur die Gesangsspuren bekannter Metal-Platten und schichtet sie zu bedrohlichen Klangwänden auf, sondern lässt auch ihrer Wut auf postkoloniale Zustände in markerschütternden Rap-Suaden feien Lauf.

Herausforderndes Heavy Listening

Leisere, aber nicht weniger intensive Klänge gibt es bei den psychedelischen Performances auf der zwölfsaitigen Gitarre des*der nicht binären Experimentalmusiker*in Jules Reidy zu hören, der*die beim CTM gleich zweimal zu erleben sein wird: erst im Doppelkonzert mit dem irischen Folktroniker One Leg One Eye am 28.01. im Radialsystem, dann beim Auftragswerk „Through the Thinking Iceberg“ mit der französischen Komponistin Felicia Atkinson am 03.02. in der Volksbühne.

Kontemplative Klanglandschaften vermag auch die am 31.01. im Berghain spielende Cherokee Takiaya Reed – alias Divide and Dissolve – mittels Gitarre und Altsaxofon und der trommelnden Maori Sylvie Nehill an ihrer Seite zu erschaffen, doch der vermeintlichen Idylle in ihren Instrumentals wird durch abrupt einsetzende Doom-Metal-Parts alsbald ein Ende gesetzt. „Systemic“, das jüngste Album der in Melbourne lebenden Musikerinnen, enthält viele solcher akustischer Brüche, welche die erzwungene Loslösung von indigenen Traditionen assoziieren lassen.

Auf eigene Spurensuche begibt sich auch der*die aus Ecuador stammende nicht binäre Fe Sexta in seinem*ihrem DJ-Set vor dem Auftritt der mexikanischen Ambient-Produzentin Concepción Huerta am 01.02. im radialsystem.

Ebenda werden am letzten Festivaltag (04.02.) die zehn Teilnehmer*innen des „MusicMakers Hacklab“ die Ergebnisse ihrer durch die Hosts Sophia Bulgakova und Darsha Hewit angeregte Zusammenarbeit präsentieren und sicher für einen feierlichen Ausklang der CTM-Jubiläumsausgabe sorgen!

SIEGESSÄULE präsentiert:
CTM: Sustain, 26.01.–04.02.,
Berghain, silent green, radialsystem, OXI, RSO.Berlin, Volksbühne u. a.
ctm-festival.de

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