Festival in den Sophiensælen

Highlights der Berliner Tanztage 2023

4. Jan. 2023 Amanda Beser, age, as
Bild: Danilo Andres
Danilo Andres

Am 5. Januar starten die Tanztage in den Sophiensælen. Viele Performances drehen sich um die Themen Entschleunigung, Entspannung und Resilienz – abseits des Selbstoptimierungswahns. Ein Überblick

Von kollektiven Meditationen über Choreografien zum Thema Ruhe bis hin zu Solomusicals zum Thema Reizüberflutung: Die Künstler*innen der 32. Tanztage laden die Besucher*innen dazu ein, ihre verbrauchten Ressourcen zu erneuern und sich zu regenerieren. „Ich möchte nicht zu viel versprechen, denn ein Besuch bei einem Tanz- und Performancefestival ist definitiv nicht wie ein Tag im Vabali Spa“, betont der künstlerische Leiter der Tanztage Mateusz Szymanówka. Das Festival vermittle dagegen Denkanstösse: „Viele der Arbeiten im Programm schlagen Gegenerzählungen und andere Wege vor, sich miteinander und mit der Welt um uns herum auseinanderzusetzen.“

Programmhighlights

Am ersten Wochenende sind zwei Projekte zu sehen, die sich dezidiert mit Fragen der Erholung beschäftigen: Marga Alfeirão, die u. a. in der portugiesischen Ballroom-Szene unterwegs ist, schafft mit Tanz und Performance Raum für lesbische Sinnlichkeiten. Ihre Performance „Lounge“ – ein Duett für zwei sich als weiblich identifizierende Körper – dreht sich um Erotik, Gemeinschaft und Ruhe.

Während Parisa Madanis mehrstündiger Meditations-Performance „Pariyestan: Tails of sisters (snake and fairy) – Damn sis, you tail“ kann das Publikum auf Matten und Kissen entspannen. Dazu werden Tee und Snacks gereicht.

Bild: Parisa Madani
„Pariyestan: Tails of sisters (snake and fairy) – Damn sis, you tail“

Später wird die Soloarbeit „A Sensation of a Truth“ von Kevin Bonono zu sehen sein, die sich mit dem – auch homophoben und rassistischen – Blick und der Art und Weise beschäftigt, wie dieser Körper und ihr Verhalten formt.

Slim Soledad, brasilianische Musikerin, Performance-Künstlerin und Mitbegründerin des queeren Kollektivs Chernobyl, zeigt mit „Vibrations, Translations“, wie Musik das Menschliche und das Spirituelle verbinden kann.

Bild: Slim Soledad
„Vibrations, Translations“

Tänzer*in und Choreograf*in Danilo Andrés widmet sich aus einer queeren Perspektive mit der Performance „Bicho Raro“ der Bodybuilding-Kultur. Inspiriert wurde Andrés dabei von Comics und Cyberpunk.

Bully Fae Collins befasst sich in seinem Solomusical „Songs of the Dopamine Carousel“ mit der Online-Welt und der Gewalt, mit der Körper online und offline konfrontiert sind.

Bild: Danilo Andrés
„Bicho Raro“

Ein besonderes queeres Highlight: Bei der Abschlussparty der Tanztage kommt die „Dragana Bar“ aus Warschau nach Berlin. Diese queere Veranstaltungsreihe mit experimentellen Sounds und Performances wurde vom queer-feministischen Kollektiv Kem initiiert. Auf dem Programm: eine Auswahl an polnischen und ukrainischen DJs sowie eine Performance von Kvirtet – einem Kollektiv aus nicht-binären Künstler*innen, das 2021 in Kiew gegründet wurde.

Siegessäule präsentiert:

Tanztage Berlin 2023

05. – 21. Januar 2023 in den Sophiensælen

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