basierend auf der wahren Geschichte von Lidia Yuknavitch

Kristen Stewarts Debütfilm ab jetzt im Kino: The Chronology of Water

3. März 2026 Annabelle Georgen
Bild: EKSYSTENT
Das Element Wasser zieht sich durch die ganze Erzählung

„The Chronology of Water“ ist ein Tauchgang in die Verwicklungen und eindringlichen Motive des Traumagedächtnisses. Die fragmentarische, rohe und zugleich poetische Erzählung von Kristen Stewart basiert auf der Geschichte der Schriftstellerin und Inzest-Überlebenden Lidia Yuknavitch

Sie hat acht Jahre dafür gebraucht. Acht Jahre Schreiben und Vorbereitung – darunter auch die Suche nach Produzent*innen, die vom Thema nicht besonders begeistert waren –, bis Kristen Stewart „The Chronology of Water“, die autobiografische Erzählung der amerikanischen Schriftstellerin Lidia Yuknavitch, für die Leinwand umsetzte. Als Stewart 2017 die ersten Seiten des Buches las, war sie überzeugt: Den Text wird sie für ihr erstes Projekt hinter der Kamera adaptieren. Lidia Yuknavitch erzählt darin von ihrer Kindheit, die durch einen allmächtigen, gewalttätigen, inzestuösen Vater zerstört wurde – und davon, wie das Schreiben sie gerettet hat. Ihre Erzählung ist fragmentarisch, unvollständig, repetitiv, so wie ein Trauma das Gedächtnis verändert.

Wasser ist der blaue Faden des Films

Worte in Bilder zu übersetzen war für Stewart nicht einfach. Sie verbrachte Jahre damit, das Drehbuch zu schreiben und umzuschreiben, um den besonderen Rhythmus des Films zu schaffen: getragen von der Abfolge von Flashbacks, die Lidia immer wieder heimsuchen, sowie von der Überlagerung von Szenen aus verschiedenen Lebensabschnitten. Wie Lidia zu Beginn des Films sagt: „Es ist alles eine Reihe von Fragmenten, Wiederholungen, Musterbildungen.“ Die verblassten Bilder, die auf 16-mm-Film gedreht wurden, um das Welken der Erinnerung besser zu unterstreichen, sind von seltener Schönheit.

„Es ist alles eine Reihe von Fragmenten, Wiederholungen, Musterbildungen.“

Wasser ist der blaue Faden des Films, es ist überall: in den Schwimmbecken, in denen die junge Lidia trainiert, mehr um dem Elternhaus zu entfliehen, als um Medaillen einzuheimsen, in den Tränen der Verzweiflung, die sie immer wieder einholen, in ihren Körperflüssigkeiten, im Alkohol, mit dem sie sich betäubt – so, als sei sie nah am Ertrinken. Die Schauspielerin Imogen Poots verkörpert Lidia glaubhaft vom 16. bis über ihr 40. Lebensjahr hinweg als grungige Nixe mit nassen Haaren.

Stewart zeigt niemals das Grauen, deutet es nur mit subtilem Filmschnitt an. Man spürt es in der ohrenbetäubenden Stille, in den starren Händen der Mutter, die ihr Gewissen in Alkohol ertränkt – sie weiß alles, sagt aber kein Wort. In diesen dunklen Gewässern gibt es jedoch einen Anker, einen Rettungsring: Lidias große Schwester (Thora Birch). Auch sie ist ein Opfer und versucht Lidia, so gut sie kann, vor dem sexuellen Missbrauch des Vaters (Michael Epp) zu beschützen.

Gefangen in den Windungen ihres Traumagedächtnisses schwankt Lidia ständig zwischen Lachen und Weinen, zwischen Unschuld und Zerstörungsdrang. Doch sie bahnt sich ihren Weg und dank einiger glücklicher Begegnungen beginnt sie schließlich zu schreiben. Darin findet sie nicht nur ihre Berufung, sondern auch einen Weg zur Heilung – jene Ruhe, die sie einst vergeblich im Wasser gesucht hatte.

The Chronology of Water, USA/FR/LV 2025
Regie: Kristen Stewart
Mit Imogen Poots, Thora Birch, Michael Epp
Ab 05.03. im Kino

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