Leder ist passé – es lebe der Fetisch: Kinky Highlights zum Ostertreffen
Im April wird erstmals ein „Mr. Fetish Berlin“ statt ein „Mr. Leather“ gekürt. Auch sonst ist einiges anders beim Osterfetischtreffen, das Tourist*innen aus aller Welt anlockt. SIEGESSÄULE-Autor Michael G. Meyer sprach mit den Organisatoren
Ja, die Fetischszene hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt – sie ist vielschichtiger, kreativer und diverser geworden. „Mit dem neuen Titel Mr. Fetish Berlin möchten wir dieser Entwicklung Rechnung tragen. Er steht für die gesamte Bandbreite unserer Szene – von Leder über Gummi und Uniform bis zu Sport, Puppy Play und vielem mehr“, sagt Norbert Gisinger-Daubenberg vom Vorstand des BLF e. V. (Berlin Leder und Fetisch).
„Der neue Titel Mr. Fetish Berlin steht für die gesamte Bandbreite unserer Szene – von Leder über Gummi und Uniform bis zu Sport, Puppy Play und vielem mehr.“
„Unser Ziel ist es, Offenheit und Vielfalt sichtbar zu machen, ohne dabei unsere Wurzeln zu verlieren.“ Und weiter: „Dem Vorstand ist bewusst, dass diese Änderung unterschiedliche Reaktionen hervorrufen kann. Für viele unserer Mitglieder ist der Titel Mr. Leather Berlin eng mit persönlichen Erinnerungen, Geschichte und Identität verbunden.“ Aber: Es gehe nicht darum, Leder zu ersetzen, sondern darum, Raum zu schaffen für die gesamte Szene. „Wir heißen Leder- und Fetisch-Verein, von daher sind andere Fetische auch eingeschlossen, das kommt aus der Geschichte der Vereine, als alles damals noch sehr auf Leder fokussiert war“, so Norbert. „Deswegen haben wir uns dazu entschlossen, allen anderen Fetischen auch gerecht zu werden.“
Wer sich vorab einen Eindruck verschaffen will, kann sich auf der Website des Vereins die drei Kandidaten – Alexander, Martin und Lukasz – anschauen. Sie sind in die Endrunde um den Mr.-Fetish-Titel gekommen. Alexander sagt: „Fetisch bedeutet für mich Vielfalt, ist für mich auch Kommunikation.“ Martin meint: „Fetisch ist für mich kein Kostüm, sondern ein Verstärker. Es bedeutet Zugehörigkeit, Schutz und Brudertum.“ Und Lukasz betont: „Fetisch bedeutet für mich Freiheit, er ist mein Ausgleich zum Alltag.“
„Neuling oder Szene-Profi – jeder ist willkommen“
Auch wenn sich die drei Kandidaten im Leder-Outfit präsentieren, sagt Norbert: „Das ist eher Zufall.“ Neben der Wahl zum Mr. Fetish (05.04., 18:00 im Mikropol) wird es in diesem Jahr eine Bikertour geben (03.04., 12:00) und eine Sightseeingtour (02.04., 11:45, Start an der Urania). „Es gibt diesmal keine Bootstour wie in den Jahren zuvor, wir wollten mal was Neues machen, wir haben ja auch viele internationale Gäste über Ostern, etwa aus den USA, auf der neuen Bustour kann man eine Menge von Berlin sehen“, so Norbert. Los geht die „Easter Fetish Week“ übrigens schon am 31.03., mit einem Auftakt-Event in der Woof Bar in Schöneberg, Motto: „Neuling oder Szene-Profi – hier ist jeder willkommen!“ In diesem Sinne: Happy Easter!
Von Zigarren bis Hangover – Oster-Tipps
53. Easter Berlin Leather & Fetish Week 2026,
31.03.–06.04, verschiedene Events
Infos: blf.de
02.04. XXL Cigarlounge
In der Pussycat Bar (Kalckreuthstr. 7) trifft sich – auf kleinem, aber dafür sehr intimem Raum – vom 02. bis 04.04., jeweils von 22:00 bis 01:00 Uhr, „Europas größte Gay-Zigarrengruppe“. Zigarren kann man vor Ort kaufen, Pfeiferauchen ist auch accepted. Veranstaltet wird das Ganze von Male Space (Motto: „Socials for men – We bring community together“). Der Warnhinweis auf der Homepage, dass Rauchen die Gesundheit gefährde, wirkt hier fast komisch.
03.04. Testosterone
Die größte Berliner Lederfetisch-Party „nur für Männer“ findet erstmals nicht nur zu Folsom statt, sondern auch als Oster-Ausgabe. Sie ist sogar die offizielle Eröffnungsparty der Berlin Fetish Week im Metropol. Start: 22:00 Uhr. Dresscode ist Leder und Black Rubber, nicht reingelassen werden Leute in Sport-Outfits (Sneakers etc.). Es gibt eine Cruisingarea, Darkrooms, sogar einen eigenen SMoke & Play Room. DJs wie der Londoner RobC legen auf, dazu kommen SM-Performances.
03.04. Overload #2
Seit das prominente Partykollektiv Gegen im Februar die neue Techno-Eventreihe im Kreuzwerk (Lobeckstr. 20–35) startete, ist „Overload“ talk of town. Zu Ostern gibt‘s die zweite Ausgabe, Start: 22:00 Uhr. „Topless bodies only“ heißt es in der Ankündigung, „Harness and full latex welcome“. Man sei „queer-fokussiert, kink-aware, anti-racist und deeply sex-positive“. Es gibt Darkrooms sowie Cruising-Bereiche. „Judgement stays at the door!“
03.04. Sneakfreaxx
Das superkultige Sportswear-Event, das einen etwas anderen Dresscode hat als viele weitere Partys am Osterwochenende, feiert seinen 21. Geburtstag in der Menagerie (Seestraße 50). Start: 21:00 Uhr (bis 4:00 Uhr morgens). Auf 350 Quadratmetern sind eine Chill & Play Area, Cages und Gloryholes, ein Sniff-/Trampling-Bereich, Smoking Lounge, Lockers und Duschen(!) geboten. Die ersten 100 Gäste bekommen ein „Free Gift“ – was, wurde nicht verraten.
04.04. BDSM & Fetischflohmarkt
Quälgeist veranstaltet zu Ostern wieder mehrere Events, besonders interessant ist der Flohmarkt im Vereinsgebäude (Lankwitzer Straße 42/43) von 15:00 bis 19:00 Uhr. Eintritt ist frei! Private Verkäufer*innen (auch viele FLINTA*) ebenso wie kleine Handwerksbetriebe bieten an circa 25 Ständen ihre Schätze an, das meiste gebraucht. Die Crowd ist cool und divers. Es gibt eine Bar und eine Zigarrenlounge. Man sollte früh kommen, bevor die besten Sachen weg sind.
05.04. Pig & Hangover-Breakfast
Die Macher sagen, es sei Europas größte Fetish Party – für „Men only“. (Was nicht genauer definiert wird.) Dresscode ist „strictly sleazy“. Diesmal findet das Event mit dunkler Technomusik nicht in der Alten Münze statt, sondern neu im Metropol, also mitten im Nollendorfkiez. Start: 22:00 Uhr. Wer dann am Folgetag raustorkelt, kann am 06.04. ab 11:00 zum Hangover-Breakfast in die Segunda Casa (Eisenacher Str. 2) gehen, einem offiziellen Ostermontag-Event.
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