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Interview

Lesben-Kollektiv Allesbien plant Dyke*-Festival in Berlin

21. Feb. 2023 Amanda Beser
Bild: Allesbien
Kollektiv Allesbien

Im letzten Jahr wurde in Berlin das deutsch-französische Lesben-Kollektiv Allesbien gegründet. Am 24. Februar lädt es ins SchwuZ zum „Dykes* Gone Wild!"-Abend. Für den Herbst plant das Kollektiv ein großes Dyke* Festival. SIEGESSÄULE-Autorin Amanda Beser sprach mit Charlotte Orsenne, die zu den Gründer*innen von Allesbien gehört

Anfang 2022 wurde Allesbien gegründet. Wie kam es dazu?
Irgendwann fragte ich mich: Hier sind so viele Französ*innen, alle straight, wo sind die Lesben? Ich meldete mich also bei einem queeren deutsch-französischen Verein in Berlin, um Gleichgesinnte kennenzulernen. Vergeblich! Nachdem ich dann doch ein paar Lesben kennen gelernt hatte, hieß es: „Jetzt reicht’s, wir machen unser eigenes Ding!“ Uns fehlte einfach etwas in Berlin. Das Kollektiv sollte diese Lücke füllen. Und dann ging es richtig los, wir wurden mehr und mehr. Wir sind die lesbische Community in der französischen Diaspora – wir fungieren als Plattform für französischsprachige Personen, die sich als Dykes* identifizieren und in Berlin Anschluss suchen, weil sie nur für kurze Zeit hier oder gerade erst angekommen sind. Da sind wir die perfekte Anlaufstelle. Wir sind auch ein Netzwerk für Personen, die hier schon länger leben.

Ihr organisiert Veranstaltungen, DIY-Workshops und regelmäßige Treffen in der Berliner FLINTA*-Szene. Kannst du mir ein paar konkrete Beispiele geben?

Wir haben mit einer Führung durch den Alten St. Matthäus-Kirchhof in Schöneberg angefangen, die uns die Berliner Schriftstellerin Traude Bührmann ermöglichte. Es ist sehr empfehlenswert, sich dort die Gräber verstorbener Lesben und Feministinnen anzuschauen und deren Geschichte zu erkunden. Das war sehr interessant, so etwas wollen wir auf jeden Fall nochmal machen. Vor dem letzten Dyke*March Berlin kamen wir zusammen, um Schilder zu basteln. So etwas ist ja auch eine schöne Gelegenheit, um sich kennenzulernen, bevor man dann gemeinsam auf die Demo geht. Dann veranstalteten wir einen Workshop zum Basteln von veganen Harnesses. Auch für die kommenden Monaten haben wir spannende Termine geplant, wie zum Beispiel einen Infoabend über queere Elternschaft.

„Die Gesellschaft sieht uns einfach nicht als Interessent*innengruppe für Events oder Marketing"

Ihr plant im Herbst ein Lesbenfestival, das „Dyke* Festival Berlin“. Worauf können wir uns da freuen?

Die Planung für das Festival ist schon in vollem Gange. Das Kollektiv ist mittlerweile so stabil, dass wir daraus einen eingetragenen Verein machen wollen, um auch für die Festivalorganisation eine klare Struktur zu haben. Wir finden, dass es nicht genügend Angebote und Sichtbarkeit für Lesben gibt. Die Gesellschaft sieht uns einfach nicht als Interessent*innengruppe für Events oder Marketing, uns gibt es einfach nicht. Da reicht uns kein kleiner Workshop, da muss ein Festival her – etwas, das groß plakatiert wird, wo die Leute wissen: Da kommt ein Dyke* Festival. Es wird hauptsächlich englischsprachig sein, aber natürlich auch ein bisschen deutsch und französisch. Es richtet sich an alle, die sich angesprochen fühlen und Lesbenkultur kennenlernen möchten. Geplant sind erstmal ein bis zwei Tage in einer Location mit In- und Outdoor-Bereich hier in Berlin. Kultur, Essen, Spaß, gemütliches Beisammensein, Party, Workshops – so stellen wir uns das vor. Wir werden laut sein, das steht fest.

Am 24.02. präsentiert ihr den lesbischen Abend „Dykes* Gone Wild!“ in der Pepsi Boston Bar, im SchwuZ. Was erwartet uns?
Als Line-up haben wir die Elektro-DJs sil-ber und Fazee – zwei unfassbar talentierte Menschen. Zusätzlich wird es eine ausgefallene Performance von Robin Heels geben. Robin ist eine multidisziplinäre Künstlerin mit Enthusiasmus für funkelnden Porn. Sie für diesen heißen Abend dabei zu haben, ist zuckersweet. Der Eintritt ist frei, Spenden für unser Kollektiv und für die Künstler*innen sind aber natürlich herzlich willkommen.

„Französischsprachige Lesben gibt es ziemlich viele in Berlin."

Welches Feedback hat euer Kollektiv bisher bekommen?
Ich bin stolz, dass es dieses Kollektiv gibt. Denn französischsprachige oder französischaffine Lesben gibt es -surprise!- ziemlich viele in Berlin. Und ich sehe mit Freude, wie sich immer mehr bei uns melden. Wir bekommen viel positives Feedback à la „Mensch, ist so cool, dass es euch gibt!“ und auch „Was hätte ich ohne euch getan?“ von Dykes*, die schon wieder aus Berlin weggezogen sind. Ich freue mich einfach, dass es uns gibt. Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung lesbische Sichtbarkeit.

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