LGBTIQ*-Engagement in der Arbeitswelt

PrOut Performer Awards: „Queere Menschen müssen sichtbar bleiben, auch am Arbeitsplatz“

3. Feb. 2026 Christian Bojidar Müller
Bild: Francesco Giordano
Albert Kehrer bei einem „PrOut Performer“- Networking-Event

Am 6. Februar wählt eine Jury aus 29 Nominierten drei Gewinner*innen der PrOut Performer Awards für ihr herausragendes LGBTIQ*-Engagement in der Arbeitswelt. Wir sprachen mit Albert Kehrer, dem Vorstandsvorsitzenden der Prout At Work Foundation darüber, warum Initiativen wie diese gerade jetzt so wichtig sind

Das Projekt „PrOut Performer“, initiiert von PrOut At Work, macht das oft übersehene Engagement sichtbar, das queere Mitarbeiter*innen, Führungskräfte und Allys für mehr Chancengleichheit von LGBTIQ* im Berufsleben leisten. Ziel ist es einerseits, Unternehmen in Zeiten von Rechtsruck und Diversity-Abbau zu inspirieren, weiterhin Flagge zu zeigen. Andererseits signalisiert es queeren Mitarbeiter*innen, dass eine erfolgreiche Karriere auch „out and proud“ („prout“) möglich ist. Nominiert wird in drei Kategorien: PrOut Executives, Führungspersönlichkeiten, die sich für ein queerfreundliches Arbeitsumfeld einsetzen, PrOut Voices, Mitarbeiter*innen, die sich für queere Kolleg*innen engagieren, und PrOut Executive Allys, coole Heteros, die Akzeptanz für LGBTIQ* stärken.

Albert, was ist die Idee hinter PrOut at Work? Wenn junge Menschen niemanden ihresgleichen in höheren Positionen sehen, dann ist es schwer, das Selbstbewusstsein zu gewinnen, selbst mal dort hinzukommen. Besonders für junge queere Menschen. Deshalb fanden wir es wichtig, dass es sichtbare Rolemodels in der Arbeitswelt gibt, die offen queer oder queerfreundlich sind.

Welche Fort- und Rückschritte siehst du zurzeit in der Arbeitswelt? Wir haben Anfang letzten Jahres gesehen, dass viele Unternehmen ihr Engagement reduziert haben. Nicht aufgegeben, aber umbenannt: In Amerika gibt es ein paar Begriffe, die nicht mehr erwähnt werden dürfen, wenn man Geschäfte mit der öffentlichen Hand machen will. Und da gehört unter anderem „Diversity“ dazu. Demnach heißt es jetzt nicht mehr Diversity Management, sondern anders. Inhaltlich machen eigentlich alle weiter. Aber es gibt schon in Bezug auf öffentliches Commitment eine Zurückhaltung, weil wir gesamtgesellschaftlich auch eine steigende Trans*- und Queerfeindlichkeit in Deutschland erleben. Die rechten Gruppen haben das Thema „Woke” negativ besetzt. Deswegen ist es umso wichtiger, dass wir als queere Menschen, aber auch unsere Unterstützer*innen sichtbar bleiben. Es ist einfach wichtig, gut mit Menschen umzugehen.

Wie arbeitet PrOut at Work mit Unternehmen zusammen? Wir bieten auf unserer Website viele Infomaterialien zum Thema „Queer am Arbeitsplatz” zum Download an. „PrOut Employer” ist eine Unternehmenskooperation, bei der wir Unternehmen gezielt übers Jahr begleiten. Und dann haben wir auch „Togethering Events” bei denen wir Mitarbeiter*innennetzwerke zusammenbringen, um voneinander zu lernen.

„Wir sind in Deutschland anerkannt als eine Denkfabrik zu dem Thema ,Queer am Arbeitsplatz' und eine erste Anlaufstelle für Unternehmen. Da bin ich schon stolz drauf.“

Worauf bist du besonders „prOut“? Wir haben vor 13 Jahren mit fünf Unternehmen begonnen und mittlerweile fast 80, die uns jedes Jahr unterstützen, sodass wir mittlerweile zehn festangestellte Mitarbeiter*innen bezahlen können. Wir sind in Deutschland anerkannt als eine Denkfabrik zu dem Thema „Queer am Arbeitsplatz” und eine erste Anlaufstelle für Unternehmen. Da bin ich schon stolz drauf.

Auch bei der Suche nach den „PrOut Performern“ geht es darum, Erfolgsgeschichten zu feiern. Was kannst du über die Awards sagen, die am 6. Februar an queere Vorbilder und engagierte Allys vergeben werden? Die Awards werden jedes Jahr an drei Personen verliehen, die sich besonders in ihrem Engagement für queere Themen in der Arbeitswelt verdient gemacht haben. Es gibt kein Preisgeld, nur Ruhm und Ehre sozusagen, aber auch gleichzeitig die Selbstverpflichtung, sich weiterhin zu engagieren. Denn wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen von Donald Trump oder irgendwelchen rechtskonservativen Kreisen. Queere Menschen müssen weiterhin sichtbar bleiben, auch am Arbeitsplatz.

SIEGESSÄULE präsentiert „PrOut Performer“
von Prout At Work
proutperformer.proutatwork.de

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