Queere Film-Highlights der Berlinale 2026
Vom 12. bis 22. Februar läuft die 76. Berlinale und es gibt wieder zahlreiche LGBTIQ*-Filme zu entdecken. Zusätzlich bietet die Berlinale-Sonderreihe „Teddy 40“ sechs Kurz- und acht Langfilme aus der Geschichte des Teddy Awards. SIEGESSÄULE listet euch die queeren Highlights auf
Die Blutgräfin
Ein erfrischender Blick auf den Vampirmythos von Ulrike Ottinger: Die Horror-Komödie erzählt die Geschichte der sagenumwobenen „Blutgräfin“ Elisabeth Báthory, die nach langem Schönheitsschlaf im heutigen Wien erwacht. Um das Ende ihrer Vampirherrschaft zu verhindern, jagt sie mit ihrer Untergebenen Hermine einem geheimnisvollen Buch nach, während Polizei und Vampirforscher ihr dicht auf den Fersen sind.
Die Blutgräfin, Regie: Ulrike Ottinger, Buch: Elfriede Jelinek (Österreich/Luxemburg/Deutschland), Berlinale Special Gala
Termine:
16.02. 21:15 Zoo Palast 1
19.02. 18:45 Cubix 9
20.02. 09:45 Uber Eats Music Hall
21.02. 22:15 Haus der Berliner Festspiele
Barbara Forever
Barbara Hammer (1939–2019), Pionierin des Queer Cinema und des eigenwilligen Experimentalfilms, war eine der Ersten, die lesbische Lebensrealitäten abbildeten, etwa mit ihrem legendären Film „Dyketactics“. Die queere Filmemacherin Brydie O‘Connor würdigt ihr Lebenswerk und beleuchtet auch Barbara Hammers bewegtes privates Leben. Ein Footage-Film mit viel Dyke-Poesie.
Barbara Forever, Regie: Brydie O‘Connor (USA), Forum Special
Termine:
15.02. 17:30 Cinema Paris
18.02. 14:00 Xenon Kino
19.02. 14:30 Delphi Filmpalast
Dust
Als Journalisten ihr Netzwerk aus Briefkastenfirmen aufdecken, ist es das Ende für die belgischen Unternehmer Luc und Geert: Die reichen, mächtigen Männer verlieren alles. Salesman Geert sucht zunächst Zuflucht in den Armen seines Liebhabers und ringt mit der Versuchung, seine Geschäftspartner zu verraten ...
Dust, Regie: Anke Blondé (Belgien/Polen/Griechenland/GB), Wettbewerb
Termine:
15.02. 21:30 Berlinale Palast
16.02. 18:45 Uber Eats Music Hall
18.02. 10:00 HKW 1: Miriam Makeba Auditorium
19.02. 16:15 Haus der Berliner Festspiele
22.02. 22:00 Haus der Berliner Festspiele
Rose
Während des 30-jährigen Krieges taucht ein Soldat in einem abgelegenen Dorf auf und behauptet, der rechtmäßige Erbe eines lang verlassenen Gutshofs zu sein. Doch er ist nicht derjenige, der er behauptet zu sein ... Rose (Sandra Hüller), wie der Soldat offiziell heißt, schreckt in dieser Tarnung vor nichts zurück, um seine Pläne durchzusetzen.
Rose, Regie: Markus Schleinzer (Österreich/Deutschland), Wettbewerb
Termine:
15.02. 18:30 Berlinale Palast
16.02. 13:30 HKW 1: Miriam Makeba Auditorium
18.02. 09:45 Uber Eats Music Hall
22.02. 19:45 Haus der Berliner Festspiele
The Hidden Face of the Earth
Dimitri liebt es, Freund*innen, Liebhaber und Fremde zu fotografieren. Der schwule Pariser Fotograf verliert aber langsam seine Sehkraft. Solange es noch geht, fängt er Begegnungen und Umgebungen mit der Kamera ein. Der ebenfalls schwule Regisseur Arnaud Alain begleitet ihn auf seiner Reise ins Dunkle.
La Face cachée de la Terre (The Hidden Face of the Earth), Regie: Arnaud Alain (Frankreich), Panorama Dokumente
Termine:
17.02. 21:30 Urania
18.02. 10:00 Cubix 9
19.02. 19:00 Cubix 7
21.02. 14:00 Cubix 7
22.02. 13:00 Bluemax Theater
Staatsschutz
Nach dem Erfolg seines Debüts „Futur Drei“, das 2020 den Teddy für den besten Spielfilm gewann, kommt der schwule Regisseur Faraz Shariat zurück mit „Staatsschutz“. Der Plot: Eine Staatsanwältin wird Opfer eines rassistischen Anschlags. Sie zieht in eigener Sache vor Gericht und denunziert ein staatliches System, das Rechtsextremismus verharmlost. Mit Chen Emilie Yan in der Hauptrolle.
Staatsschutz, Regie: Faraz Shariat (Deutschland), Panorama
Termine:
15.02. 21:30 Zoo Palast 1
16.02. 13:00 Cubix 7
17.02. 10:00 ADK am Hanseatenweg
20.02. 13:00 Bluemax Theater
21.02. 15:00 Cubix 9
Teddy-Retrospektive: Alte und junge Schätze
Dieses Jahr wird der Teddy Award zum 40. Mal verliehen. Um das zu feiern gibt es in der Berlinale-Sonderreihe „Teddy 40“ sechs Kurz- und acht Langfilme aus der Geschichte des Teddy Awards wiederzuentdecken
Verführung: Die grausame Frau (1985)
Der älteste Beitrag der Teddy-Jubiläums-Retro über eine Domina in Hamburg war erstmals 1985 in der Berlinale-Sektion Forum zu sehen. Wegen der S/M-Thematik ihres gemeinsamen Spielfilms hatten sich Elfi Mikesch und Monika Treut seinerzeit innerhalb der Frauen- und Lesbenszene damit nicht nur Freund*innen gemacht. Für beide bedeutete das sinnlich-subversive Camp-Drama – u. a. mit Udo Kier, Georgette Dee und Mechthild Großmann – jedoch einen entscheidenden Push ihrer Karriere: Längst wurden sie mit Special Teddy Awards für ihre Lebenswerke gewürdigt.
Verführung: Die grausame Frau, Regie: Elfi Mikesch, Monika Treut (BRD), TEDDY 40
Termine:
13.02. 19:00 Zoo Palast 2
14.02. 16:00 Deutsche Kinemathek: Halle
Tunten lügen nicht (2001)
Rosa von Praunheims filmisches Œuvre ist eng mit der Berlinale verknüpft. 26 seiner Filme wurden hier uraufgeführt. Und auch er wurde für seine herausragenden Verdienste um das queere Kino mit einem Special Teddy Award ausgezeichnet. Als Hommage an den im Dezember verstorbenen Allroundkünstler wird sein Film „Tunten lügen nicht“ (2001), ein liebevolles Gruppenporträt der Westberliner Tunten-Ikonen Ichgola Androgyn, Tima die Göttliche, Ovo Maltine und BeV StroganoV, gezeigt.
Tunten lügen nicht, Regie: Rosa von Praunheim, Buch: Lorenz Haarmann (Deutschland), TEDDY 40
Termin:
19.02. 13:00 Bluemax Theater
The Watermelon Woman (1996)
Für die Retro ausgewählt wurden auch Publikumslieblinge wie Cheryl Dunyes „The Watermelon Woman“ (1996) – eine kluge und witzige Mockumentary über die Unsichtbarkeit schwarzer, queerer Filmgeschichte.
The Watermelon Woman, Regie: Cheryl Dunye (USA), TEDDY 40
Termine:
16.02. 22:00 Zoo Palast 2
17.02. 16:00 Deutsche Kinemathek: Halle
19.02. 17:00 SİNEMA TRANSTOPIA
Tomboy (2011)
In „Tomboy“ (2011) erzählt Céline Sciamma in diesem subtil und locker-leicht inszenierten Coming-of-Age-Drama von der zehnjährigen Laure, der es sehr gefällt, dass die Kinder in der neuen Nachbarschaft sie für einen Jungen halten.
Tomboy, Regie: Céline Sciamma (Frankreich), TEDDY 40
Termine:
19.02. 22:00 Zoo Palast 2
20.02. 16:00 Deutsche Kinemathek: Halle
The Blossoming of Maximo Oliveros (2005)
Regisseur Auraeus Solito konnte 2005 in Berlin gleich zwei Trophäen in Empfang nehmen. Seine Geschichte über einen schwulen Teenager, der zwischen seiner Liebe zu einem Polizisten und der Loyalität zu seiner Familie hin- und hergerissen ist, wurde mit dem Teddy für den besten Spielfilm und dem Gläsernen Bären für den besten Jugendfilm der Berlinale ausgezeichnet.
Ang Pagdadalaga ni Maximo Oliveros (The Blossoming of Maximo Oliveros), Regie: Kanakan-Balintagos (Philippinen), TEDDY 40
Termine:
18.02. 22:00 Zoo Palast 2
19.02. 16:00 Deutsche Kinemathek: Halle
Kokomo City (2023)
D. Smith lässt im dokumentarischen Film „Kokomo City“ (2023) Schwarze trans* Sexarbeiterinnen aus New York und Georgia zu Wort kommen.
Kokomo City, Regie: D. Smith (USA), TEDDY 40
Termine:
15.02. 22:00 Zoo Palast 2
16.02. 16:00 Deutsche Kinemathek: Halle
Eine fantastische Frau (2017)
Für „Una mujer fantástica“ über eine trans Frau, die nach dem Tod ihres Lebenspartners gegenüber dessen Familie und den Behörden für ihr Recht auf Trauer kämpfen muss, durfte Sebastián Lelios einen Silbernen Bären und den Teddy mit nach Hause nehmen.
Una mujer fantástica (Eine fantastische Frau), Regie & Buch: Sebastián Lelio, Gonzalo Maza (Chile, USA, Deutschland, Spanien), TEDDY 40
Termine:
17.02. 22:00 Zoo Palast 2
18.02. 16:00 Deutsche Kinemathek: Halle
TEDDY-Kurzfilme
Teil des Kurzfilmprogramms ist „Playback. Ensayo de una despedida“ (2019) von Agustina Comedi. Der Film erinnert an eine in den 1980er-Jahren von argentinischen trans* Frauen und Dragqueens gegründete Theatergruppe, deren Ensemble durch Aids fast gänzlich ausgelöscht wurde. Emory Chao Johnson dokumentiert in „To Write From Memory“ (2023) die eigene Transition in Form eines audiovisuellen Tagebuchs.
Constellations of Queer Memory: 40 Jahre TEDDY-Kurzfilme
Termine:
14.02. 19:00 Zoo Palast 2
15.02. 13:00 Zoo Palast 2
Folge uns auf Instagram
#Berlinale#Cinema#Film#Filmfestspiele#Filmpremiere#Listicle#Queer Cinema#Retrospektive#Service#Teddy#Teddy-Awards