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6. bis 16. September

Queere Highlights des 23. Internationalen Literaturfestivals Berlin

6. Sept. 2023 Marlon Jungjohann
Bild: Hannah Waheed
Die spanische Autorin und Aktivistin Elizabeth Duval

Zum 23. Mal versammelt sich das „Who is Who“ der globalen Buchszene in der deutschen Hauptstadt. Unter den 130 Events des Internationalen Literaturfestivals Berlin finden sich viele queere Lesungen, feministische Diskussionsrunden und Drag-Partys

Ikone der spanischen Trans*bewegung

Die spanische Autorin Elizabeth Duval lebt nach einem sehr mutigen und versöhnlichen Credo: Sie sei immer bereit, mit absolut jedem zu debattieren, auch – und das nicht selten – in feindlicher Umgebung. „Ich habe mich nie einem Dialog verweigert“, schreibt die erst 23-jährige Starphilosophin im Vorwort ihres 224-seitigen Essays „Nach Trans. Sex, Gender und die Linke“.

Zu Hause in Spanien gilt Duval als Ikone der Trans*bewegung. Kritiker*innen preisen sie für besonnene Töne, die sie inmitten hart geführter Debatten um Gendergerechtigkeit und Selbstbestimmung anschlägt. Kein Wunder also, dass Duvals Auftritt beim 23. Internationalen Literaturfestival Berlin (ilb) schon vorab als Highlight gilt. Duval ist eine von rund 140 Autor*innen, die vom 6. bis 16. September in den acht Berliner Spielstätten des ilb Bücher präsentieren, auf Panels diskutieren oder Poetry Slams performen.

„Geschichten zu erzählen kann ein wichtiger Akt der Selbstermächtigung sein"

Wenn das ilb in diesem Jahr wieder Schriftsteller*innen aus der ganzen Welt zusammenbringt, darunter auch Promis wie den indisch-britischen Literaturweltstar Salman Rushdie, sollen auch gezielt queere Stimmen Gehör finden: „Geschichten zu erzählen kann ein wichtiger Akt der Selbstermächtigung sein, auch für die LGBTIQ*-Szene“, sagt Programmleiterin Simone Schröder gegenüber SIEGESSÄULE. Berlin als Stadt der Freiheit beherberge viele queere Autor*innen in der Diaspora, die sich in ihren Herkunftsländern nicht frei äußern können. „Für sie schaffen wir eine Bühne“, so Schröder.

Zu Wort kommen aktuelle feministische Autor*innen zum Beispiel in der Event-Reihe „Words of Love and Hate. Misogyny vs. Female Empowerment”. Im Rahmen dieser Special Talks wird auch Philosophin Duval ihren frisch auf Deu tsch erschienenen Essay „Nach Trans“ am Sonntag, den 10. September, um 19 Uhr im Instituto Cervantes vorstellen.

Diskussionrunde zu „Oh Boy" wurde abgesagt

Nach dem Eklat um den Sammelband „Oh Boy: Neue Männlichkeit(en)“, für den 18 Autor*innen Kurzgeschichten, Aufsätze und Comics beigesteuert haben, wurde die dazu geplante Diskussionsrunde abgesagt. Das Literaturfestival begründete die Entscheidung damit, dass Valentin Moritz als Mitherausgeber der Anthologie sein eigenes sexuell übergriffiges Verhalten in dem Buch thematisert hatte und das gegen den ausdrücklichen Willen der Betroffenen.

„Aus diesem Grund entscheidet sich das ilb-Team und die Festivalleitung, in Absprache mit dem Kanon-Verlag sowie der Moderation, die Veranstaltung nicht im geplanten Format stattfinden zu lassen. Aktuell bemühen wir uns, eine Alternativveranstaltung zu ermöglichen, die mit Einverständnis der Betroffenen ihrer Perspektive gerecht wird und das Thema aufnimmt", heißt es im Statement des Festivals. Weitere Informationen sollen in Kürze folgen.

Buchtausch-Party

Am Dienstag, den 12. September, sorgt Dragqueen Audrey Naline ebenfalls im Haus der Berliner Festspiele für eine glamouröse Bücher-Experience: Unter dem Motto „Bring Your Paperbacks“ ruft sie die ilb-Besucher*innen ab 19:30 Uhr zur kostenlosen Buchtausch-Party auf. Audrey, die viele Berliner*innen für ihre schrillen Spree-Bootstouren lieben, moderiert den Abend und kommentiert das Treiben.

LGBTIQ*-Highlights liefert auch das ilb-Jugendprogramm, u. a. verleiht Gary Lonesborough in „The Boy from the Mish“ den queeren Erfahrungen von Aboriginal People eine Stimme. Selbst ein Yuin, schreibt der Autor über das Coming of Age eines schwulen Aboriginals, der Mobbing und Queerfeindlichkeit trotzen muss. Im Haus der Berliner Festspiele liest Lonesborough am 12. September ab 11:30 Uhr aus seinem Roman, beantwortet Fragen und will mit Jugendlichen ins Gespräch kommen. Die englischsprachige Veranstaltung empfiehlt das ilb für Schüler*innen der Klassenstufen 9 bis 12.

SIEGESSÄULE präsentiert

Internationales Literaturfestival Berlin,
06.–16.09.,

Staatsbibliothek, Akademie der Künste, Bertelsmann Repräsentanz, Collegium Hungaricum, Instituto Cervantes, silent green Kulturquartier, Haus der Berliner Festspiele u. a.

literaturfestival.com

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