20. Januar

Queeres Hip-Hop-Festival im SO36

17. Jan. 2023 Julian Beyer
Bild: Sven Serkis
JNNRHNDRXX

Queerer und feministischer Hip-Hop ist mittlerweile auch in Deutschland zu einer festen Größe geworden. Das beweist u. a. das fabelhafte Line-up der zweiten Ausgabe des Festivals „Awesome HipHop Humans“ im SO36

Queerfeminist Hip-Hop on the rise! In den letzten Jahren haben sowohl kommerziell erfolgreiche Künstler*innen wie Lil Nas X oder Frank Ocean als auch Underground-Lieblinge wie Princess Nokia oder Mykki Blanco das Genre auf den Kopf gestellt und mit Queerness und Feminismus besprenkelt. Auch der deutschsprachige Raum bringt immer mehr entsprechende Hip-Hop-Künstler*innen hervor. Am 20. Januar feiert das Event „Awesome HipHop Humans“ im SO36 seine zweite Ausgabe mit einem diversen und zum Tanzen und Viben einladenden Line-up.

„Rap ist nicht nur homofeindlich und transfeindlich."

Dass Veranstaltungen dieser Art wichtig sind, weiß auch JNNRHNDRXX, trans Rapperin aus Berlin, die in diesem Jahr ihre erste EP, „Staaken Trauma“, veröffentlicht hat und beim „Awesome HipHop Humans“-Event performen wird: „It’s all about visibility! Durch Events wie diese bekommen queere Künstler*innen eine Bühne geboten und ihre Musik gelangt dadurch in die breite Masse. Selbst in der queeren Community untereinander kennen wir nicht alle MCs“, erklärt sie gegenüber SIEGESSÄULE.

Sie macht sich zudem frei von der heteronormativen Konnotation des Genres: „Ich bin mit Rap und Hip-Hop aufgewachsen, Musik war und ist ein Sprachrohr für mich, um auf gesellschaftskritische Themen aufmerksam zu machen oder mein Schwarzsein und Frausein zu zelebrieren. Rap ist nicht nur homofeindlich und transfeindlich, das beweisen Künstler*innen wie ich oder Shout-out to my girl Finna. Musik ist Politik und vieles mehr!“

„Große Festivals müssen ihre Türen für mehr diverse Künstler*innen öffnen."

JNNRHNDRXX ist nicht der einzige Grund, am 20. Januar ins SO36 zu kommen. So können sich Besucher*innen auf Lia Şahin freuen, eine Rapperin, die zudem mit ihren Beatbox-Fertigkeiten besticht. Kompromisslos feministisch und gesellschaftskritisch wird‘s mit den Rapperinnen Bush.Ida und Haszcara. Plaeikke setzt den Fokus auf die Lebensrealitäten und Struggles der Ausgestoßenen und Außenseiter*innen.

Singhas Texte erzählen von Wut, Unsicherheiten, aber auch von Heilung. Für eine volle Ladung Sassiness wird unter anderen Ventura Tha Gay sorgen. Aber auch RawCat wird mit Tracks wie „Mösenbüro“ oder „Free Ya Tittz“ ordentlich einheizen. Abgerundet wird das Menü durch Miss BunPun, die Hip-Hop mit Soul-Vocals und Rap mixt. An den Turntables stehen bei dem von Sookee und Vanessa Cutraro kuratierten Event Yaso G, That Fucking Sara und elle_mess.

Jede Menge Visibility für die queerfeministische Hip-Hop-Szene also. Dennoch ist Luft nach oben, findet JNNRHNDRXX: „Deutschland befindet sich noch am Anfang, aber Stück für Stück wird es. Es gelangt immer mehr Diversity in den Mainstream, aber es braucht noch mehr! Große Festivals müssen ihre Türen für mehr diverse Künstler*innen öffnen.“

Awesome HipHop Humans, 20.01., 20:00, SO36.
Live: Lia Şahin, Bush.Ida, Plaeikke, JNNRHNDRXX, Singha, Ventura Tha Gay, Haszcara, RawCat und Miss BunPun

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#queer#feministisch#Rap#Hip-Hop