f.a.q. Infoladen kämpft ums Überleben / Petition gegen „Verdrängung von FLINTA*“
Der f.a.q. Infoladen in Neukölln steht vor dem Aus: Die Räume des queerfeministischen Projekts wurden zum Monatsende gekündigt
Der f.a.q. Infoladen in der Jonasstraße in Neukölln kämpft ums Überleben. Seit 15 Jahren ist der kleine, größtenteils ehrenamtlich geführte Laden eine Anlaufstelle für LGBTIQ* in der Nachbarschaft, ein Zuhause für verschiedene antisexistische und queerfeministische Communitys sowie DIY-Szenen, in dem Initiativen niedrigschwellig ihre Treffen, Workshops und Kulturveranstaltungen realisieren können. Das Herzstück des Ladens ist die offene queerfeministische Bibliothek.
Nun bedroht eine Kündigung der Räume zum Ende des Monats das Bestehen des Projekts. Lisa Mangold vom dazugehörigen Verein Basics e. V. sagt, der Verlust des Infoladens würde „ein großes Loch in die Berliner queere und feministische Szene schlagen.“ Mangold führt aus: „Die Kündigung fällt in eine Zeit, in der queere und feministische Räume durch Haushaltskürzungen im Land Berlin massiv gefährdet sind und zugleich rechte Angriffe auf ebendiese Projekte und ihre Mitglieder zunehmen. Die Kündigung bedeutet die Verdrängung einer Anlaufstelle mit klarer antifaschistischer und feministischer Haltung.“
Der f.a.q. Infoladen fordert deshalb die Rücknahme der Kündigung durch die Hauseigentümer*innen. Am 6. März organisierten die Aktivist*innen eine Kundgebung vor den Räumen. In der dazu veröffentlichten Pressemitteilung bitten sie „um weiterführende Gespräche, um eine gemeinsame Lösung zu finden, damit unser Verein und seine Arbeit hier im Kiez bleiben können“.
Die drohende Schließung des f.a.q. Infoladens reiht sich in eine größere Tendenz von Verdrängung und Kürzungen ein, die queerer und FLINTA*-Infrastruktur in Berlin das Fortbestehen erschwert. Passend zum Thema und anlässlich des Feministischen Kampftags am gestrigen Sonntag startete auch die Initiative Queermany Berlin eine Petition gegen die „Verdrängung von FLINTA* und queeren Menschen“. Gefordert wird u. a. eine „dauerhafte Finanzierung queerfeministischer Infrastruktur“, denn: „Clubs, Projekte, Beratungsstellen und Community-Orte sind keine Luxusorte. Sie sind Überlebensräume.“
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