Queere Traditionsfilmreihe MonGay zurück im Kino International
Wiedereröffnung nach 18 Monaten: Das Kino International meldet sich zurück, MonGay inklusive – mit einer Preview von „Pillion“
Das legendäre Kino International hat seit gestern wieder geöffnet. Nach erfolgreicher 18-monatiger Generalsanierung kann der Betrieb – zwei Monate früher als geplant – wieder aufgenommen werden. So kehrt auch MonGay in sein Heimatkino zurück: Ab dem 9. März findet die queere Filmreihe wieder im einstigen DDR-Kino an der Karl-Marx-Allee statt – etwas früher als zuvor, um 21:30 Uhr statt um 22:00 Uhr. An diesem Abend gibt es eine Preview des schwulen Films „Pillion“.
„Unser Babylon Kreuzberg werden wir jedoch als ebenfalls beliebte MonGay-Spielstätte nicht aufgeben“, kündigt Yorck-Kinokurator Georg Kloster an. „Alternativ zum International werden wir regelmäßig im Babylon Kreuzberg Filme zeigen, für die ein intimerer Rahmen förderlicher ist.“ So wird etwa Rosa von Praunheims Klassiker „Nicht der Homosexuelle ist pervers …“ am 16. März um 21:30 Uhr im Babylon Kreuzberg gezeigt.
Das Kino International wurde denkmalgerecht restauriert, zudem wurden die Kinotechnik und weitere Bereiche der technischen Infrastruktur komplett erneuert. Dazu gehören neue Projektoren, eine energieeffizientere Heiztechnik sowie rollstuhlgerechte Sanitäranlagen. Der Schwerpunkt der Restaurierung lag auf dem Erhalt der historischen Ausstattung des Stahlbetonskelettbaus – von der verspielten Golddecke im Eingangsbereich bis zum silbernen, mit zahlreichen Pailletten bestickten Premierenvorhang.
Das heute von der Yorck Kinogruppe betriebene Kino International gilt als Wahrzeichen der DDR-Architektur und als eines der wichtigsten Premierenkinos in Berlin. Hier feierten zahlreiche DDR-Produktionen ihre Startvorstellung, darunter 1989 der queere Klassiker „Coming Out“ von Heiner Carow mit Matthias Freihof, Dirk Kummer und Pierre Sanoussi-Bliss.
Die Vision ist laut Yorck-Geschäftsführer Christian Bräuer, „das Kino International als eine der bedeutendsten Ikonen der Kinoarchitektur zu erhalten und zugleich als lebendigen Ort der Filmkultur in die Zukunft zu führen.“ Zur Wiedereröffnung wird eine Woche lang das oscarnominierte US-Sportdrama „Marty Supreme“ gezeigt.
Finanziert wurde die Sanierung u. a. durch Eigenmittel der Yorck Kino GmbH sowie durch Förderungen des Landesdenkmalamts, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Filmförderungsanstalt. Dazu sagt Christoph Rauhut, Direktor des Landesdenkmalamtes: „Die Baugeschichte des Gebäudes erhält ein neues Erfolgskapitel – nun im Zusammenwirken von privatem Eigentümer und staatlicher Unterstützung – und Berlin eine Denkmalsanierung, die zeigt, wie leichtfüßig eine solche gelingen kann, wenn ein Projekt durch Begeisterung und Professionalität aller Beteiligten getragen wird.“
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