Polizeimeldung

Trans* Person mit Pflasterstein beworfen

16. Okt. 2020
Bild: Dirk Ingo Franke CC BY 3.0 Quelle
Bülowstraße / Ecke Frobenstraße

Die Polizei Berlin meldete am Freitag, dass es in der vergangenen Nacht in Schöneberg zu einem scheinbar hassmotivierten körperlichen Angriff auf eine trans* Person kam. Nach bisherigen Ermittlungen befand sich die 41-jährige Person gegen 0.30 Uhr in der Bülowstraße Ecke Frobenstraße, als sie von einem Mann aus einem mit vier Personen besetzten vorbeifahrenden Auto mit einem Abschlepphaken beworfen wurde. Die Person wurde am Schienbein getroffen.

Nur einige Minuten später sei das Auto erneut an der Person vorbeigefahren. Einer der Insassen bewarf sie mit einem kleinen Pflasterstein, der das Opfer des Angriffs am Rücken traf. Die 41-jährige Person wurde hierbei leicht verletzt. Die weiteren Ermittlungen führt der polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt.

Einen Anstieg LGBTI*-feindlicher Übergriffe im letzten Jahr in Berlin hat das schwule Anti-Gewaltprojekt Maneo erfasst: Wie aus dem Jahresbericht von Maneo hervorgeht, registrierte das Projekt in 2019 insgesamt 559 Fälle, eine Steigerung um 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 395 Taten richteten sich gegen Schwule und männliche Bisexuelle, 83 gegen trans* Personen und 47 gegen Lesben und weibliche Bisexuelle. In 176 Fällen handelte es sich um Beleidigungen, dazu kamen 153 Körperverletzungen. Ob diese Zahlen einen tatsächlichen Anstieg wiedergeben, oder ob nur mehr Fälle gemeldet wurden, ist laut Maneo nicht klar. Das Projekt geht aber auch weiterhin von einer hohen Dunkelziffer nicht gemeldeter Fälle aus.

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