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Politik

Berlin bekommt sein erstes queeres Jugendzentrum!

Das Abgeordnetenhaus stimmte gestern zu, ein queeres Jugendzentrum in Berlin einzurichten. Damit soll der besonderen Situation von LGBTI-Jugendlichen Rechnung getragen werden

CSD 2017 © Brigitte Dummer

20.10.17 – Berlin wird ein queeres Jugendzentrum bekommen! Dem entsprechenden Antrag der rot-rot-grünen Regierungsfraktion wurde am Donnerstag durch das Abgeordnetenhaus zugestimmt. Der Senat wird darin aufgefordert, ein Konzept für ein queeres Jugendzentrum auf den Weg zu bringen. Dies gehörte zu einem der queerpolitischen Ziele, die im Koalitionsvertrag, mit dem Maßnahmenkatalog „Regenbogenhauptstadt Berlin“, formuliert worden waren.

Kultursenator Klaus Lederer hatte zu Beginn der Legislaturperiode im Interview mit SIEGESSÄULE dieses Vorhaben eine Herzensangelegenheit genannt: „Mit der Errichtung eines queeren Jugendzentrums wollen wir, dass SchülerInnen einen Raum haben, in dem sie sich mit anderen zusammentun und gegenseitig empowern können. So eine Einrichtung ist für mich eine Herzensangelegenheit, die ich immer umsetzen wollte, und mit der wir unter Rot-Rot damals leider nicht weitergekommen sind. Unter Rot-Schwarz ist dann erst recht nichts passiert.“

Der Antrag wird mit der besonderen Situation von LGBTI-Jugendlichen begründet, für die Diskriminierungserfahrungen im Elternhaus, in der Schule, am Ausbildungsplatz oder im öffentlichen Raum immer noch zum Alltag gehörten. Jugendliche hätten daher mit erhöhten psychosozialen Belastungen zu kämpfen. Unter anderem sei das Suizidrisiko um das Vier- bis Sechsfache erhöht. Die Koalition habe sich daher vorgenommen, zur Unterstützung des Coming-outs und der Belange junger LGBTI die queere Jugendarbeit in Berlin auszubauen und mindestens ein queeres Jugendzentrum mit berlinweitem Auftrag einzurichten.

Sebastian Walter, queerpolitischer Sprecher der Grünen, sagte gegenüber der taz, dass die Finanzierung bereits gesichert sei. 2018 und 2019 würden im Haushalt je 175.000 Euro zur Verfügung stehen. Nach Walters Aussage wird es sich bei dem Jugendzentrum wahrscheinlich um kein eigenes Haus handeln, sondern „erst einmal um eine normale Mietfläche“. Es gebe bisher auch „keine Präferenz für einen bestimmten Stadtteil.“

as



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