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Festival

„Offenes Neukölln“ am Wochenende

Am dreitägigen Festival Offenes Neukölln beteiligen sich über 100 AkteurInnen aus dem Stadtteil. Das Event soll ein Zeichen für Vielfalt und Solidarität und gegen Diskriminierung setzen

Eröffnung des ersten ONK 2017 © Bündnis Neukölln

31.05.18 – Am kommenden Wochenende findet, bereits zum zweiten Mal, das Festival Offenes Neukölln (ONK) statt. Das Event mit über 150 Veranstaltungen setzt sich „für ein vielfältiges und solidarisches“ Miteinander im Stadtteil ein. Gestaltet wird es von über 100 verschiedenen Neuköllner AkteurInnen: politische Gruppen und Parteien, Kunstschaffende und migrantische Vereine, aber auch Kneipen, Kinos, Kirchen- und Moscheegemeinden, Kiezprojekte, Buchläden und mehr.

Organisiert wird das Festival von der zivilgesellschaftlichen Initiative Bündnis Neukölln. Die Idee sei Anfang 2017 entstanden, sagt Judith vom Bündnis. „Als Reaktion auf die rechte Anschlagsserie.“ Beginnend im Mai 2016, kam es immer wieder zu Angriffen auf linke AktivistInnen und Organisationen sowie FlüchtlingshelferInnen im Viertel. Scheiben wurden eingeworfen und Hauswände beschmiert, es brannten private PKW, zuletzt im Februar 2018 die von Linken-Politiker Ferat Kocak und dem Besitzer der Buchhandlung Leporello, Heinz Ostermann. Insgesamt 51 solcher Vorfälle in Neukölln, darunter 16 Brandanschläge, hat die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) seit 2016 gezählt.

„Wir haben uns gefragt, was kann man dagegen tun“, erzählt Judith. „Wir wollten zeigen, dass die Zivilgesellschaft zusammensteht und dass wir uns den öffentlichen Raum nicht wegnehmen lassen. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Neukölln bleibt ein Ort der Vielfalt und des Miteinanders.“

Entsprechend bunt ist das Programm angelegt: neben politischen Vorträgen und Diskussionen, z. B. zu den Themen Rassismus, Rechtsextremismus oder Antisemitismus, gibt es Musik, Kunst, thematische Stadt- und Parkspaziergänge oder Kreativ-Workshops – vom Tanzflashmob bis zu Fahrradwerkstatt und Grafitti-Kurs. Verschiedene Gruppen laden zu einem Blick hinter die Kulissen ihrer Arbeit: etwa der Verein iranischer Flüchtlinge in Berlin, das Hausprojekt KIKA, Abqueer e. V. oder auch das SchwuZ. Bei einer „Queer und Beer“–Führung durch die SchwuZ-Räumlichkeiten kann bis in die alten Eiskeller unter dem Club hinabgestiegen werden. In der queeren Bar Ludwig wird, unter anderem, das Buch „Feministisch streiten“ aus dem Querverlag vorgestellt.

Für die Dauer des Festivals wird das Bündnis Neukölln mit einem Infostand am Alfred-Scholz-Platz vertreten sein. Judith erwartet hier, wie schon 2017, auch konfrontative Diskussionen. „Da kommen auch mal Leute und sagen zum Beispiel, sie fühlen sich unwohl, wenn sie so viele Frauen mit Kopftuch auf der Straße sehen.“ Was sie in einem solchen Fall antworte? „Ich frage mich dann, was ist denn wirklich das Problem? Ist das wirklich die Frau mit Kopftuch, oder geht es generell um Ängste, zum Beispiel dass die Mieten weiter steigen und die Leute fürchten, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, je länger man mit den Menschen spricht, desto mehr kann man erreichen.“

fs

Festival Offenes Neukölln (ONK), 01.-03.06., diverse Locations
Programm auf offenes-neukoelln.de



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